Volltext: Internationales Centralblatt für Anthropologie und verwandte Wissenschaften, 7.1902

B. Referate. Urgeschichte. 
127 
wurden und völlig verschieden sind von den Erzeugnissen der jetzigen 
Neger. Wenn es sich um Europa handelte, würde man diese Kultur als 
neolithisch betrachten. Wir haben es mit einer Werkstätte zu thun, wo 
Instrumente hauptsächlich aus Limonit und Labradorit angefertigt wurden. 
Mehrere derselben • sind ganz eigentümlich und finden ihre Analogon nur 
im Becken der Faleme, zwischen Senudebu und Medina. Man kann sie 
folglich einer der schwarzen Völkerschaften, Baga u. s. w. zuschreiben, 
welche diesen Theil Afrikas vor dem Einbruch «cler Mandingen, der Fulah 
und Susu bewohnten. Br. L. Laloy-Bordeaux. 
118- A. H. Keane: The gold of Ophir-whence brought and by 
whom? Rhodesia (London), 1901. Bd. VIII, S. 250, 264, 278 
und 292. — Dasselbe, 244 Seiten. London, Edw. Stanfort 1901. 
Es ist darüber viel gestritten worden, wo das Land Ophir gelegen 
habe, von dem den biblischen Nachrichten zufolge David, Salomo, Hiram 
und die Königin von Saba ihre Kostbarkeiten bezogen haben. Man hat 
Arabien, Indien und Südostafrika als das Ursprungsland derselben, und 
Himyariten, Phönicier, auch beide zusammen als ihre Gewinner und Händler 
dafür angesehen. Für die Annahme, dass die von der Bibel erwähnten 
Schätze aus Indien gestammt hätten, liegt nicht der geringste Grund vor. 
Verfasser weist den Schluss, den man aus der Nachricht, die Schiffe Hirams 
hätten Elfenbein, Affen und Pfauen gebracht, zu Gunsten dieses Landes 
ziehen zu müssen glaubte, zurück; denn um Elfenbein und Affen zu be 
kommen, brauchten die Hebräer nicht erst soweit zu gehen, diese Dinge 
wmrden ihnen schon in Afrika geboten, und die Deutung des hebr. tukkim 
als Pfauen ist gar nicht erwiesen; vielmehr glaubt Verfasser mit Peters an 
nehmen zu dürfen, dass die hebräischen Schriftsteller damit das Guineahuhn 
gemeint haben, das nach Carl Ritter in einer afrikanischen Sprache 
tukka heisst. 
In scharfsinniger Weise weist Verfasser nach, dass Ophir in Arabien 
zu suchen sei. Es war aber nicht der Ursprungsort des Goldes, sondern 
nur der Stapelplatz für dasselbe, sowie für die anderen Kostbarkeiten, mit 
denen die Bewohner des Sabäischen Reiches, die Himyariten, Handel trieben. 
Es lag an der Südküste Arabiens, aber nicht direkt am Wasser, sondern 
sein Hafenplatz war Mesha (ein Name, der mit Ophir Genesis X zusammen 
aufgeführt wird), das spätere Moscha, den griechischen und römischen Schrift 
stellern noch als ein vorzüglicher Hafen (Portus Nobilis) bekannt. Havilah, 
das an der erwähnten Stelle gleichfalls genannt wird, war das Gold und 
Edelsteine erzeugende Land, es muss in das heutige Rhodesia verlegt 
werden, denn hier, besonders zwischen dem unteren Zambesi und dem 
Limpopo (Masliona-Matabele-, Manica-Land) ist die Gegend an Gold und auch 
Silber, sowde an Edelsteinen, im besonderen an Chalcedon (so übersetzt Verf.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.