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Rudolf Weinhold
freilich nicht mehr. Dafür konnte man mit ihm vortrefflich Netze reinigen. Unter den
wuchtigen Schlägen lösten sich alle anhaftenden tierischen und pflanzlichen Reste.
Alle drei geschilderten Arten weisen jenen Grundtyp des Flegels auf, den wir mit
folgenden Angaben umschreiben möchten: Stiel und Schlegel stehen längenmäßig
zueinander durchschnittlich im Verhältnis 5 -.4. Dabei sind auch die Proportionen 9:8
keine Seltenheit 11 ). Andererseits
wird die Beziehung 3:2 nur ge
legentlich erreicht. Der Schlegel
mißt bis zu 8 cm im Durchmesser
und ist bei rechteckigem oder
quadratischem Querschnitt vier-
oder achtkantig. Meist sind die
Kanten leicht abgefast, aber nie
so, daß der Eindruck einer Walze
entstünde. Nur das untere Ende
nähert sich manchmal dieser Form.
Es kann auch halbkugelig, para
bolisch oder zungenartig auslaufen.
Diese Eigenarten verbinden den
Mecklenburger Dreschflegel mit
dem des südlich angrenzenden
ehemaligen Landes Brandenburg.
Beziehungen lassen sich auch zum
westlich benachbarten Nieder
sachsen herstellen, obwohl beim
Betrachten der erwähntenBomann-
sehen Zeichnungen 12 ) im völlig
anderen Verhältnis von Stiel und
Schlegel (etwa 3:1) deutliche
Unterschiede offenbar werden.
Abb. 5. Strohgeflochtener Kornbehälter Die südlichen und südwestlichen
(Museum Schwerin). Grenzen der Form müssen noch
festgestellt werden. Wir hoffen,
ihren Verlauf nach der Geräteinventarisation der ehemaligen Länder Sachsen und
Sachsen-Anhalt skizzieren zu können.
Das ausgedroschene Korn fand in älterer Zeit Platz im Strohkorb, der nach Art
der Bienenkörbe aus einem spiralig aufeinandergelegten, mit Bast oder Rinde um-
bundenen dicken Strohwulst gebildet wird (Abb. 5). Leider fehlte unserem in
Schwerin aufgenommenen Roof der Deckel, der den Inhalt vor Nagetieren und
anderem Ungeziefer bewahren sollte.
u ) z. B. der in Abb. 2 gezeigte: Stiellänge 94 cm, Schlegellänge 81 cm (Schwerin, Inv-
Nr. 7088 WK).
12 ) s. Anm. 8.