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Volltext: Globus, 83.1903

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E . Förstemann : Zwei Mayahieroglyphen . 
Nun sagt Stoll zur Ethnographie der Republik temala ( 1884 ) , sib oder sip bedeute im Quekchi - , Po - komcbi - , Quiche - , Upanteca - , Ixil - und Aguatecadialekt den Rauch , während Perez im Diccionario della lengua Maya ( 1866 bis 1874 ) dem Worte cib die Bedeutung yon Kerze oder Licht giebt . Wenn wir also cib an Ge - fälsen abgebildet sehen , z . B . Dresdensis 29a , 29c , 35a , so deutet das auf kochenden , rauchenden Inhalt . 
Auch unter den zwanzigtägigen Perioden , den Uinal , befindet sich eine , die neunte ( Chen ) , welche einen fliegenden Vogel darzustellen scheint : 
Chen erstreckt sich vom 23 . Dezember bis 11 . nuar ; sind hier unter dem Bilde des auffliegenden Vogels die zunehmenden Tage gemeint ? 
Das Gemeinsame der Begriffe Rauch und Vogel liegt aber im Auf steigen . Wenn nun ein Volk einem Vogel göttliche Ehre erwies , so war ein Räucherwerk das nigste Opfer für ihn . 
Einen solchen vergötterten Vogel hatten aber die Mayas in ihrem Moan , und das rituelle Räuchern mit angezündetem Kopal war ihnen mit den Azteken sam ; der Kopalbeutel gilt als ritueller Schmuck . 
Dresdensis 10 a sehen wir eine menschliche Gestalt 
mit Moankopf abgebildet ; die erste und zweite der roglyphen sind ein gewöhnliches Moanzeichen mit ihrem Determinativ , die dritte aber unsere Hieroglyphe 1 . Dieselbe Verbindung von Bild und Schriftzeichen scheint in 11a . 
Auf Blatt 19 c und 20c trägt je eine Frau auf dem Rücken eine Gestalt , deren Kopf aus dem Zeichen 1 steht , jedenfalls eine Gottheit . In beiden Fällen ist dieser Kopf mit einem Kranze von kleinen Strichen geben , die sehr an die sonstigen Bilder und Hieroglyphen des Moan erinnern . 
Auf Blatt 20 a dagegen sehen wir eine Frau eine eben solche Gestalt auf den Händen tragen . 
Als Opfer dagegen finden wir das Zeichen 2 a auf Blatt 4 c bis 5 c viermal in den Händen von vier schiedenen Göttern ( dem B , D , dem jungen Gott und A ) und darüber unter den Hieroglyphen viermal dasselbe Zeichen . 
Sehr merkwürdig ist die mittlere Gruppe des Blattes 7 c . Eine menschliche Figur mit Moankopf ( wie auf 10 a ) hält das Zeichen 1 in der Hand . Von den vier zugehörigen Hieroglyphen ist die zweite ein bekanntes Zeichen des Moan , die dritte dessen Determinativ , gegen sowohl die erste als vierte unser Zeichen 1 , das also einmal den Gott , einmal das Opfer bedeutet und an dessen Stelle besser einmal das Zeichen 2 standen hätte . Näher treten wir dem Wesen unserer beiden Zeichen , wenn wir die Bedeutung des Moan weiter erwägen . 
Im Bande 65 des Globus , S . 246 habe ich im Jahre 1894 wahrscheinlich zu machen gesucht , dafs mit dem Moan auch die Plejaden gemeint seien und dafs er sich wesentlich auf den 13 . der 28 tägigen Mondmonate eines mit dem Wiedererscheinen der Plejaden beginnenden Ritualjahres bezieht , wodurch sich auch die gewöhnliche 
Verbindung seiner Hieroglyphe mit der Zahl 13 kläre . 
Nun blicken wir auf Blatt 24 des Dresdensis , welches sich wesentlich damit beschäftigt , das Venusjahr mit dem Sonnenjahr in Einklang zu setzen . Hier sehen wir in der ersten Kolumne an neunter Stelle das Venuszeichen , an zehnter aber unser Zeichen 2 ; das mufs also hier den Abschlufs des Sonnenjahres bedeuten . 
Häufiger aber als das Aufhören des Jahres , maßen sein Fortfliegen , bezeichnet dieser Vogel das Fortfliegen des Lebens , den Tod , und deshalb sehen wir ihn besonders mit den Todesgottheiten A und F bunden . Schon der erste Teil des Dresdensis bis Blatt 14 zeigt öfters die Beziehung zwischen dem Zeichen 1 und dem Todesgott A . 
Auf Blatt 5 b erscheint 1 bei dem Bilde des A und seiner Hieroglyphe , Blatt 5 c desgleichen , Blatt 8 a und 
9 c ebenso . Desgleichen auch beim zweiten Bilde von 
10 a , während wir beim ersten die Beziehung von 1 zum Moan schon erwähnt haben . Auch Blatt 11a im dritten Bilde haben wir 1 mit A , im ersten sahen wir 1 mit dem Moan . Und Blatt 12 b ist sogar zweimal das chen 1 mit A verbunden . 
Auch der etwas seltenere Todesgott F verbindet sich mit unserem Zeichen . So auf Blatt 6 c sogar zweimal , auf Blatt 8 c einmal desgleichen , wo im Bilde F das chen 1 anscheinend in einem Hause niederlegt . Und in 10c ist das Bild des F sowohl mit seiner Hieroglyphe als mit dem Zeichen 1 vereint , in 14b erscheinen beide Hieroglyphen miteinander vereinigt . 
Statt der Götter A und F zeigen sich auch andere Gestalten bei dem Zeichen 1 , so auf Blatt 13 c ein schwarzgeflecktes Tier und auf 11c , wenn auch kein Bild , das hier nicht Platz hatte , so doch die Hieroglyphe eines Geiers , wobei ich bemerke , dafs dies auf den Tag 13 trifft . 
Was es heifsen soll , dafs in 4a unser Zeichen mit der Gottheit H , in 11c sogar mit dem Sonnengott G verbunden ist , entzieht sich meiner Beurteilung , ebenso die Verbindungen in 5a ( vielleicht F ) , in 7b , wo im Bilde ein Vogel , aber kein Moan erscheint , und in Blatt 3 beim Menschenopfer . 
Das Zeichen 2 ist in diesem Abschnitte unbekannt . 
Ganz anders ist das Verhalten beider Hieroglyphen in der Frauenabteilung Blatt 15 bis 23 , wo jedenfalls die Gefahren bei der Geburt für Mutter und Kind zum Ausdruck kommen und daneben wohl Opfer nötig sind . Hier wechseln beide Schriftzeichen miteinander ab . 
In Blatt 15b stürzt eine mit dem Todeszeichen sehene Frau von oben herab , und darüber ist sowohl die Hieroglyphe des A als das Zeichen 1 zu sehen . 
Blatt 16 a trägt die Frau den A auf dem Rücken , während das Zeichen 1 unter den Hieroglyphen scheint . Die drei Bilder von 16 c stellen drei Frauen dar , deren jede einen Vogel auf dem Rücken trägt , von denen der erste ein Moan ist , der auch als Hieroglyphe erscheint . Und in jeder der drei Zeichengruppen finden wir 1 , in der ersten und dritten aber aufserdem noch 2 . 
Das Tonalamatl von 16 c greift noch mit drei glyphengruppen auf 17 c hinüber , zu denen aber die der fehlen . Die erste dieser Gruppen zeigt das chen 1 , aber mit ungewöhnlichem Präfix und Suffix in Beziehung zu dem Zeichen des Fledermausgottes , die zweite unsere 2 in Verbindung mit dem Geier , die dritte 2 verbunden mit dem Hunde . Wir werden in 17 b ganz Ähnliches sehen . 
Blatt 17 a erblicken wir wieder den Gott F mit der Hieroglyphe 1 .
	        
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