Volltext: Globus, 3.1863

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Kleine Nachrichten . 
22 , 736 , Eßlingen 15 , 059 , Heilbronn 14 , 333 , Reutlingen 13 , 449 , Ludwigsburg 11 , 201 , Tübingen 8709 , Gmünd 8298 , Kannstadt 7414 , Hall 6862 , Ravensburg 6817 , Göppingen 6762 , Tuttlingen 6397 , Nottenburg 5996 , Biberach 5723 , Kirchheim 5478 , Freudenstadt 5291 . Im ganzen Laude betrug nach der am genannten Tage vorgenommenen Zählung die Summe der ortsanwesenden Bevölkerung 1 , 720 , 7OS und die der ortsangehörigen Bevölkerung 1 , 822 , 920 Seeleu . 
Volkszahl von Städten in Preußen . Der Generalübersicht des statistischen Bnreaus zufolge sind , nach Berlin mit 547 , 571 Seelen , die volkreichsten Städte des Königreichs Preußen : Bres - lau niit 145 , 589 , Köln mit 120 , 568 , Königsberg mit 94 , 579 , Danzig mit 82 , 765 , Magdeburg mit 67 , 607 , Stettin mit 64 , 431 , Aachen mit 59 , 941 , Elberfeld mit 56 , 307 , Posen mit 51 , 232 und Krefeld mit 50 , 584 Einwohnern . In den 1000 Städten wohnen 5 , 625 , 852 , auf dem Lande , das in 332 Kreise eingetheilt ist , 12 , 865 , 368 Seelen . Auf der Quadratmeile lebeu in Preußen gegenwärtig durchschnittlich etwa 3625 Köpfe . 
Volksmenge von St . Petersburg . Dieselbe betrug nach der neuesten Zählung 586 , 293 Seelen , wovon nur 212 , 649 weiblichen Geschlechts . 
Gent in Ostflandern zählt 54 Banmwoll - Spinn - und Webe - reieu mit etwa 600 , 000 Spindeln und 7000 Webstühlen , welche zusaminen eiu Kapital vou 35 y2 Mill . Francs repräsentiren . Zahl der Spinner 10 , 000 , Weber 6000 . 
Die Bevölkerung der ( Stadt betrug 120 , 140 Seeleu im Jahre 1861 , jene der Provinz Ostflandern 804 , 894 , Westflandern 634 , 918 . Für ganz Belgien 1830 : 4 , 064 , 235 ; sie war 1861 gestiegen auf 4 , 782 , 256 Seelen . 
Die Volksmenge von Paris belief sich im December 1862 auf 1 , 616 , 141 Köpfe . Sie verzehrte 2 , 850 , 082 Hektoliter au stigen Getränken ; an 1 ) Rinds - , Kalbs - und Hammelfleisch von Thieren , welche iu deu städtische» Schlachthäusern geschlachtet wurden , 88 , 049 , 684 Kilogramme ; 2 ) Schweinefleisch 10 , 153 , 888 Kilogramme . Dazu kamen von 1 ) noch 14 , 740 , 545 K . und von 2 ) noch 6 , 546 , 486 Kilogramme . Bei allen diesen Ziffern sind Herz , Leber ! c . nicht mitgerechnet . Der Fischverbrauch betrug 10 , 862 , 745 Francs , jener der Austern 2 , 214 , 444 , des Geflügels und Wildprets 20 , 730 , 391 , der Butter 23 , 992 , 729 , der Eier 11 , 727 , 462 Fraucs . Dazu kommen etwa 10' / s Kilogramme Salz und 7 , 931 , 246 Kilogramme Eis . Diese Ziffern gelten für das Jahr 1861 . 
Die Jonischen Inseln hatten 1860 eine Bevölkerung von 232 , 426 Seeleu , zumeist sogenannte Jnselgriechen . Sie prodncir - ten in dem genannten Jahre 69 , 553 Fässer Olivenöl im Werthe von 50 bis 55 Schilling , 30 , 250 , 897 Pfund Korinthen und 148 , 539 Fässer Wein im Werthe von 11 bis 21 Schilling . Zum Getreidebau eignen sich die Eilande nicht , sie erzeugten nur 67 , 580 Bushels Weizen ; Korinthen bilden das Hauptprodukt . Die Vieh - zucht ist unbedeutend . Die Einnahmen betrugen 140 , 855 Pfd . St . , die Ausgaben 151 , 187 Pfd . St . Für die er'steren bildet der Aus - gaugszoll auf Oel die Hauptquelle , denn er betrug in jenem Jahr etwa 80 , 000 Pfund ; auch Korinthen zahlen eine Exportabgabe . 
Schifffahrtsbcwcgnng von Trapezunt . Im Jahre 1861 haben im Hafen von Trapeznnt 45 österreichische Dampf - schiffe nud 5 Segelschiffe verkehrt . Die Tonuenlast derselben trug 30 , 063 , der Werth der zugeführten Güter 8 , 440 , 000 , jener der zur Rückfracht verladenen 4 , 5l3 , 000 Gnlden . Der Verkehr Oester - reichs in Trapeznnt steht hiernach nur gegen jenen der Türk e^i zurück , welcher 41 Dampfer und 52 Segelschiffe mit 31 , 927 Tonnen umfaßte . Frankreich mit 48 Dampferu und 1 Segel - schiff von 20 . 949 Tonnen , dann Rußland mit 23 Dampferu und 9 Segelschiffen mit 14 , 067 Tonnen erscheinen noch mit erheblichen Ziffern , außerdem nahmen nur Euglaud mit 4Dampfern , dann Griechenland , Italien und die Jonischen Inseln mit wenigen Segel - schiffen am Handel von Trapezuut Autheil . 
Kalifornien deckt jetzt seinen Bedarf an Südfrüchten na - mentlich an Fei gen und Rosinen selber . Die Ausfuhr in diesen Artikeln hat begonnen . i 
Herausgegeben von Karl Andree in Leipzig . — Für die Redaktion verantwortlich : Herrmann I . Meyer in Hildburghausen . 
Verlag des Bibliographischen Instituts in Hildburghausen . — Druck von C . Grumbach in Leipzig . 
Am Boifv - Fluß in Oregon sind sehr ergiebige Gold - gruben entdeckt worden . 
Die Deutschen in Ungarn nnd Siebenbürgen . Der zu Prag erscheinende „ Tagesbote ans Böhmen " , ein Blatt , das sich um die deutsche Sache iu jenem Lande entschiedene Verdienste erwirbt und dem wir uusere volle Anerkennung zollen , enthält eine Reihenfolge von Aufsätzen über „ dieDeutscheu fern vom Heimatlande " . Es weht ein frischer , gesunder , patriotischer Geist durch dieselben , und wir entlehnen ihnen Folgendes : 
Die meisten der 800 , 000 in Ungarn seit lauger Zeit auge - siedelten Deutscheu haben sich in letzter Zeit durch ein unselbständiges Kokettiren mit dem Magyarenthum unvorteilhaft bemerkbar ge - macht . Freilich trug hierzu dieUnguust geographischer , geschichtlicher und politischer Verhältnisse Vieles mit bei . In der Zips wohnen 54 , 000 Deutsche , am dichtesten im Popradcr Bezirke . Hauptsächlich kameu sie als Bergleute , bildeten den Bund der 24 Städte und führten deutsche Gemeindeverfassung und deutsches Städtewesen ein . Doch schon seit dem fünfzehnten Jahrhundert stirbt das Deutschthum theilweise dort ab ; iu den zerstreuten Orten wird es allmälig durch das Slawenthum nach einem natürlichen Gesetze aufgeschlürft und unter den Spießbürgern der protestantischen Städte greift das Magyaroueuthum Platz . Mau trägt dort Kalpak und Sporen , kann zwar hänfig nicht magyarisch sprechen , verleugnet aber gern die Muttersprache und schimpft die abge - tretenen Beamten „ deutsche Hunde " . Gut deutsch geblieben sind die gewerbfleißigen , wohlhabenden Metzenseifner , ein Theil des Ka schau er Bürgerthums , die Krikehajer und die Deutschen iu der Marmarosch ; letztere wohnen zwar nur in Dörfern , zeichneu sich aber , wie übrigens die deutschen Ackerwirthe in Ungarn überhaupt , durch Fleiß und Kenntnisse Vortheilhaft vor allen Nachbarn aus . 
Viele Grabstätten deutschen Lebens weis't uns das Land westlich der Donau , wo die „ schwäbischen Kolonien " , die zum Theil unter Maria Theresia augelegt wurden , meist ohne allen nationalen Halt sind . Wir übergehen die Winzer der Ofener Gegend und die Dentfchm in der Militärgrenze , um uns einem erfreulichem Bilde : dem Sachfenthnm in Siebenbürgen , zuzuwenden . 
Siebenbürgen , Land des Segens , 
Land der Fülle , Land der Kraft ! 
Mit dem Gürtel der Karpathen , 
Niit den glänzend grünen Saaten , 
Land voll Geld nnd Rebensaft ! 
So singt der Trausfylvane , wenn er „ draußeu im Reiche " auf einer deutschen Hoschnle studirt . Dort , bei seinen Stammes - genossen , erzählt der Sachse von der Liebe und Treue , die sein Volk dem Mutterlande bewahrt ; mit rührender Sorgfalt erhält man , obgleich hundert Meilen getrennt , die Beziehungen zu der Urheimat . Mit Frende erfüllt es jeden Deutschen , der nach Siebenbürgen kommt , wenn er sieht , was dort seine Stammes - genossen geschaffen haben . Feste Steinhäuser , weiß getüncht vou Außen und reinlich von Juueu , unterscheiden gleich vortheilhast die sächsischen Dörfer von deueu ihrer magyarischen und rumäui - schen Nachbarn . Als die „ Sachsen " von Geisa I . in jene Länder als Kolonisten ( Bergleute , Winzer : c . ) gerufen wurden , nannte der Stiftuugsbrief jene Gegenden ein „ Defertnm " , die jetzt die best - knlüvirten in Siebenbürgen sind . Nach so langer Zeit , trotz der weiten Entfernung vom Stamme , haben sie doch ihr nationales Bewußtsein und die Empfänglichkeit für geistiges Streben und Leben und die rege Beachtuug aller intellektuellen Strömungen im Mutterlande bewahrt . Sie sind geblieben , was sie bei ihrem Ein - tritt in das Land waren : d e n t s ch e M ä n n e r . Alle unser Deutsch - laud jetzt bewegenden Ideen , die Sänger - , Turner - und Schützen - vereine , haben bei ihnen auch Eingang gefunden , und die sächsischen Städte Bistritz , Mediasch , Schäßburg , Hermannstadt und Kronstadt haben ein blühendes Veremsleben aufzuweisen . Man feierte in Mediasch am 5 . August dieses Jahres ein großes Verbrüderungsfest aller sächsischen Vereine ; Turner , Schützen und Säuger aller Orte nahmen daran Theil , ebenso der siebenbürgisch - sächsische Landwirthschaftsverein , die Gnstav - Adolph - Stiftung und der Verein für siebenbürgische Landeskunde . Obgleich nur etwa 250 , 000 Seelen , so braucht man doch nicht für ein Unter - gehen der sächsischen Nation besorgt zu sein . Bis zum letzten Blutstropfen hält der Sachse au seinem Deutschthum fest ; das bewies im Jahre 1848 der evangelische Prediger Stephan Ludwig Roth , der , ein Opfer feiner deutschen Ueberzeuguug , von den Magyaren kriegsrechtlich gemordet ward .
	        
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