Volltext: Globus, 3.1863

204 Im Rothen Meer und iin Busen von Aden . 
Im Rothen Meer und im Gusen von Ädeii . 
Die Bedeutung der Regionen cun Rothen Meer und am Indischen Ocean . — Rivalität der Engländer und Franzosen . — Besitznahme wichtiger Punkte . — Die Streifziige Heinrich Lambert's . — Die Hafenplätze Zeyla , Tadschurra , Mokka und Hodeida . — Aden . — Eine abessinische Karawane . — Die eingeborenen Häuptlinge au der Küste . — Ein türkischer Pascha . — Lambert's Ermordung 
bei den Muschasch - Inseln . — 
Mehrfach haben wir darauf hingewiesen , welche Wich - tigkeit die Regionen am Indischen Ocean durch den Auf - schwnng des Verkehrs in unseren Tagen gewinnen . Der Arabische Golf , dessen nördliches Ende durch eine Eisenbahn mit Alexandria in Verbindung steht , ist eine vielbefahrene Post - und Handelsstraße und wird regelmäßig von Dampfern beschifft . Dergleichen gehen auch iiu Persischen Meerbusen und auf dem Schat el Arab bis Basra , zu - weilen auch den Tigris hinauf bis Bagdad . Die Leitung eiues Telegraphendrahtes am Enphrat hin , dem Gestade Veludschistans entlang , bis Karratschi unweit der Mündung des Indus , ist gesichert , und dieses Verkehrsmittel soll im Laufe des Jahres 1863 dem öffentlichen Gebrauch über - geben werden . Bei Karratschi laufen die indischen Drähte zusammen , welche die ganze Halbinsel durchziehen und bis 
liegt , und diesen wollen sie nicht aus derHaud geben , sondern bewachen ihn mit eifersüchtigen Augen . Einen wichtigen Punkt nach dem andern nahmen sie in Besitz ; zuerst 1841 Aden , das sie zu einem „ Gibraltar des Ostens " um - schufen ; von dort ans beherrschen sie die arabischen Meere und den Indischen Ocean . Als der Suezkanal auf's Tapet kam , eigneten sie sich sofort die Insel Perim au ; sie liegt in der Bab el Mandeb , und ihre Geschütze bestreichen die Fahrbahn , welche den Ein - und Ausgang zum Rothen Meere bildet . An der afrikanischen Seite besetzten sie die Dahlak - Jnseln , welche dem Hasen Massawa gegenüber liegen ; durch diesen verkehrt Nord - Abessinien mit dem Rothen Meer . Aus Süd - Abessinien kommen Karawanen nach den beiden Häfen Zeila ( Selah ) und Tadfchurra ; um diese zu kontrolireu und den Handel auf der Küstenstrecke , 
Die Bucht 
zu den Reishäfen in Britifch - Barma gehen . Auf dem Indus und dem Setledsch fahren Dampfer bis in das Herz des Pendschab hinein , auf dem Ganges bis Allahabad , und von Madras zieht sich eine Eisenbahn gerade durch die indische Halbinsel bis an die westliche Küste . Der Handel Europas mit der ostafrikanischen Küste , namentlich mit Sansibar , steigert sich von Jahr zu Jahr , und Madagaskar fängt an in den Vorderdrund zu treten . In Abessinien ist es , bis auf Weiteres , dem kühnen christlichen Krieger Theodoros gelungen , ein äthiopisches Kaiserreich aufzurichten , und so sicher fühlt er sich , daß er im Herbst 1862 in das Niederland hinabzog , um Takka , eiue jetzt der ägyptischen Herrschaft unterworfene Region , zu erobern ; auch hat er Absichten auf die Provinz Sennür . 
Die Handelshäfen am Rothen Meere stehen unter der Oberherrlichkeit des Sultans der Osmanen , welcher Paschas einsetzt . Auch die Häfen an der Westseite des Meer - bnsens von Aden sind ihm unterworfen , aber an den Ge - staden Afrikas wie Arabiens sind die Türken verhaßt und man trägt ihr Joch uur mit Widerwillen . Tatsächlich herrschen in jenen Gegenden die Engländer vor ; ihr plan - mäßiges Verfahren zeigt , welchen Werth sie darauf legen , gerade dort einen vorwaltenden Einfluß sich zu bewahren und denselben immer mehr auszudehnen . Sie wissen sehr wohl , daß am Arabische» Meere der Schlüssel zu Indien 
i Amphila , 
welche die Danakil und die Somalbednineu inne haben , zu überwachen , besetzten sie auch die M u sch asch - Inseln . Solchergestalt haben sie die wichtigsten Punkte vorweg - genommen . 
Aber Fr a n kr e i ch arbeitet mit Eifer dahin , im Südosten eine Rolle zu spielen . Die Verbindungen mit Madagaskar , wo man sich dieDiego - Snarez - Bay abtreten läßt , und die Besitznahme der Komoro - Jnseln sind nur einzelne Glieder einer langen Kette . Seit länger als zwanzig Jahren sind katholische Sendboten am Werke , den französischen Einfluß zu fördern ; auf ihren Antrieb wurden 1839 aus dem abessiuischeu Königreich Tigre die protestantischen Missionäre verjagt , welche von England aus dorthin geschickt worden waren . Die Napoleonische Politik arbei - tet dem Kaiser Theodor entgegen , welcher den Eng - ländern freundlich gesinnt ist . König Ludwig Philipp kaufte einem Häuptling in der Samchara den Hafen von Aid ab , und später nahmen die Franzosen eine Zeitlang auch die Bay vou Hamsila ( Amphila ) in Besitz . Beides hatte damals keine Folgen , aber man verlor in Paris jene Region nicht aus deu Augen . Jetzt eben lesen wir in der November - Nummer der „ Nouvelles Annales des voyages " , daß reich einem Häuptling der Danakil den Hafen Obok für 50 , 000 Francs abgekauft habe . Dieser Punkt liegt unter dein 12 . Grade nördlicher Breite , an der Nordseite der Bucht
	        
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