Vorbemerkungen
und Guellennachweis der Abbildungen
An die Seite der bekannten Publikationsreihe „Die schöne deutsche Stadt“
sollte nach dem ursprünglichen Plan des Verlages eine ergänzende Monographie
über das Dorf treten, die das ganze Reichsgebiet in einem Bande behandelte.
Doch abgesehen davon, daß es nicht ratsam erschien, der breiteren Anlage des
städtewerkes ein gar zu lückenhaftes Seitenstück gegenüberzustellen, machte die
zroße Fülle des zu bewältigenden Stoffes eine Erweiterung des Rahmens not—⸗
wendig. Ihn gleichermaßen auf drei Bände auszudehnen, deren Bereiche den
drei Zonen der ländlichen Baukultur entsprochen hätten, dagegen sprach die
unzweifelhaft höhere Bedeutung des städtischen Bauwesens in Vergangenheit
wie Gegenwart. Die Zweiteilung, die somit als die zweckmäßigste sich ergab,
brachte aber die Schwierigkeit einer möglichst harmonischen Abgrenzung der
beiden Gebiete mit; Mitteldeutschland mußte durchschnitten werden, doch so,
daß Zusammenhänge nicht zerrissen wurden. Da nun Oberhessen und Thüringen
zum Teil als „fränkische Stammlande“ bezeichnet werden können, wurde für
diesen oberdeutschen Band als Nordgrenze eine Linie angenommen, die erst der
Mosel, dann der Lahn bis etwa Gießen folgt, den Vogelsberg, die Rhön und
den Thüringer Wald umschließt und an der Unstrut und Elster halt macht.
Während die volkstümlichen Kompendien über das deutsche Dorf gewöhnlich
vom „alten volksland“ im Norden ausgehen und Oberdeutschland als Appendix
behandeln, ist hier der Versuch unternommen, zunächst den Süden, unabhängig
vom Norden, und in all seiner vielseitigen Buntheit als ein Ganzes darzustellen.
Allerdings wird die Entwicklung des Dorfgrundrisses vorwiegend an Beispielen
aus Chüringen erläutert, weil hier die wichtigsten Siedelungsarten in klar aus⸗
geprägten Typen sich erhalten haben; die drei Dorfpläne (Abb. 22, 24, 28) stellte
uns der Meininger Oberbaurat E. Frittzze bereitwillig zur Verfügung, sie sind
entnommen seinem Buche „Dorfbilder“ (Bd. J 1906, Bd. II 1918, in „Beiträge
zur Geschichte des deutschen Altertums, vom Hennebergischen altertumsforschen⸗
den Verein, Meiningen“). — Eine aussführliche Bibliographie des gesamten
Stoffgebiets soll dem II. Norddeutschen Dorfband beigefügt werden; hier sei
nur auf zwei groß angelegte Arbeiten hingewiesen, in denen süddeutsche Pfarrer