Volltext: Globus, 18.1870



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Band xviii . 

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Mit besonderer Herüclisicktlgung äer AntkroßologLe unä Gtllnologie» 
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Verbindung mit Fachmannern und Künstlern herausgegeben von 
Karl Andree . 
ÄllllU^ Monatlich 4 Nummern . Halbjährlich 3 Thaler . Einzelne Nummern , soweit der Vorrath reicht , 5 , 4 Sgr . 187^> 
Römische Bilder . 
Von Franz Koppel . 
I . 
In jedes gebildeten Menschen Brust muß die Flamme cincö heiligen Zornes hell aufgelodert haben bei der Nachricht , die neulich aus Rom gemeldet wurde : daß man nämlich auf eine Mine gestoßen sei , die augenscheinlich keinem andern Zwecke dienen konnte , als im gegebenen Falle den Papst mit Dach und Fach , d . h . den Vatican , in die Luft zu spren - gen . Hoffentlich haben wir es diesmal nur mit einer Seu - satiouseute der Jesuiten zu thuu , welche int Teich der „ Uuita cnttolica " ausgeheckt wurde , um in diesen stürmischen Tagen über die wilden Wasser der Presse zu steuern . Aber mit klopfendem Herzen muß ich es gestehen : wer die schwarze Schaar auch nur von weitem erblickte , welche in den Herbst - tagen von 1867 zn Roms sogenannter Befreiung aus deu Schlupfwinkeln der Gebirge sich herabwälzte , der kann mit Recht heute wieder besorgt werden , nicht um den unfehl - baren Papst ( denn es circulirt immer wieder ein neues Blut Petri ) , sondern um das unersetzliche Gut der Kuust , wel - ches durch die Flagge des Statthalters Christi so ungenügend gedeckt wird . Rom kann in den nächsten Tagen wiederholt zum Gegenstande von Belagerungskämpfen und Straßen - gesechten werden . Betrachten wir auf unserer heutigen Wan - derung einzelne Theile der heiligen Stadt auch eiumal unter diesem leider so zeitgemäßen Gesichtspunkt . 
Als der General 5 ) ndiuot im Frühjahr 1849 von Ci - vita - Vecchia ans Rom marschirte , um im Namen der fran - 
Globus XVHI . Nr . 4 . ( August 1870 . ) 
zösischen Republik die römische Republik zu bekämpfen , stieß er sofort auf Terrainschwierigkeiten , die ihm „ die militärische Promenade auf das Capitol " über alles Erwarten erschwer - tcu . Die Straße von Civita - Vecchia nach Rom theilt sich etwa 1500 Meter vor den Mauern der Stadt nach zwei Richtungen , rechts nach der Porta San Pancrazio zu nud links nach der mit dem Vatican einen spitzen Winkel bilden - deu Porta Cavallegieri hin . Auf beiden Linien anrückend , spaltete sich das französische Corps , und die nächste Folge davon war , daß der eine Flügel , ans Jägern von Mncennes bestehend , möglichst ungedeckt unter das mörderische Feuer einer römischen Batterie kam und gänzlich unverrichteter Dinge zurückgehen mußte . 
Dieses wohlgezielte Feuer kam von den Höhen des Monte Mario , wo Garibaldi in aller Eile eine Batterie errichtet hatte , indem er wohl voraussah , daß der Feiud den gisch wichtigen Hügelrücken des Jauiculus uicht verkennen und von dieser Seite aus Rom bedrohen würde . 
Es wäre überflüssig , über Garibaldis damalige Waffen - thateu Worte zu verlieren ; nach dem Urtheil sachverständiger Männer vom Fach ist und bleibt es seine einzige strategische Leistung . Er schlug , mit einer Hand voll Freiwilliger , fran - zösische Kerntruppen in einem äußerst hartnäckigen Kampfe au der Porta San Pancrazio so empfindlich zurück , daß Oudinot vorläufig sogar um Waffenstillstand bitten mußte
	        
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