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Objekt: Geburt, Hochzeit und Tod im deutschen Volksbrauch und Volksglauben

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Will er besonders vorteilhaft auftreten, so kommt er be 
ritten; in das Geschirr seines Gauls sind kleine seidene 
Bänder eingeschleift. Er reitet, wo er einladet, in die 
Stube hinein (Mecklenburg); ist die Tür zu klein, so bleibt 
er davor halten. Absteigen darf er nicht eher, bis er 
seinen Auftrag ausgerichtet hat. — Natürlich ist der 
Aufputz des „Köstenbidders" je nach der Gegend, wo er 
auftritt, verschieden. Ebenso richtet er sich oft nach der 
Größe der Hochzeit und dem Vermögen des Brautvaters. 
Der Hochzeitsbitter im bunten Flitter, zumal der be 
rittene, bildet oft eine recht ansehnliche Erscheinung, 
manchmal aber auch eine ergötzliche, besonders wenn der 
Reiter dem ehrsamen Handwerksstande angehört und für 
gewöhnlich Nadel oder Pechdraht besser zu regieren ver 
steht als einen mutigen Gaul. Natürlich gibt die liebe 
Jugend dem seltenen Reiter, wenn er sich mit einem 
hellen Jauchzer anmeldet, gern das Geleite, bis er das 
Dorf wieder verlassen hat. Bei größeren Hochzeiten, sowie 
bei entfernt wohnenden Verwandten dauert die Ein 
ladungsreise oft acht Tage. Einige Hochzeitsbittersprüche, 
zum Teil noch gebräuchlich, mögen nun hier folgen. Man 
wird bei ihnen eine gewisse Ähnlichkeit wahrnehmen, 
obwohl sie aus verschiedenen Gegenden und Zeiten 
stammen. Sie bilden zugleich interessante Belege echt 
volkstümlicher, gemütvoller Poesie. 
Bocbzeitabitterfprucb aus der Gegend von Ratzeburg (Cauenburg). 
Ich soll vielmals grüßen vom Hochzeitsvater und 
der Hochzeitsmutter, von Braut und Bräutigam und 
soll sie alle zur Hochzeit bitten, klein und groß, jung 
und alt.
	        
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