Volltext: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, 22.1912

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Patin : 
Für das Gicht . 
Mit dem Namen Jesus mein Anfang ! [ Ich N f ] 7 ) , ich weiss nicht , wiers8 ) mir ist : das wende mir Herr Jesus Christ ? ) ! i 
Gut ist mein Anfang als unsrer lieben Frauen Eingang10 ) ! 
Weil und Zeit als Jesus Christus geboren worden : Unsere liebe Frau ging über eine breite Heid und führte [ Jesum Christum ] ihr liebes Kind an der Hand ( vgl . Wuttke § 287 ) . Da beging11 ) ihr das Vergicht und die Vergichtin12 ) und das wilde Yergicht und das alte Vergicht <und> die 72 Yergicht13 ) . — Wo wollt ihr hin ? — Sie sprachen : Mir wollen gehen in die Gassen und N + sein Blut lassen und ihm sein' Bein14 ) zerbrechen ; sie sollen sein wie ein Bäitderköpfel . Da sprach15 ) unsere liebe Frau : Das Yergicht und die gichtin10 ) , die Menscheuvergicht17 ) , geht nur hinein gegen Jerusalem , darein18 ) springen drei Brunnen : der erste ist Wasser , der zweite ist Wildling , der dritte ist Wein10 ) ; da fahren das Vergicht und die Vergichtin20 ) und das alte Vergicht <cund> die 72 gicht , die fahren alle darein . 
Ich gebiete21 ) dir den N f < z . u lassen > bey der Kraft des Lebendigen Gottes , alle diese Vergicht und die Vergichtin , die Geschwulst und die Geschwülstin23 ) . 
Ich gebiete dir Klag23 ) für den Schwindel und die Schwindlin24 ) in dem Namen des lebendigen Gottes . 
7 ) Dieser 'Anfang der Bannformel' ist hier an falsche Stelle gesetzt . 
8 ) = wie es . 
! > ) T da werden wir der Herr Jesus Christus . Diese zwei Verse sind ein Beispiel der Klage , wie sie unten 'geboten1 wird . Der Beim Christ sichert das Ende des Satzes ; es ist also kein Verbum ausgefallen . Mein Versuch trifft die Vorlage schwerlich , gibt aber eine Vorstellung vom Verlorenen . 
10 ) T als unsre liebe Frau für den Eingang so gut ist . Als Reim auf Anfang schliesst Eingang sicherlich und meint etwa den Tempelgang bei Mariae Reinigung , ein in solchen Sprüchen bevorzugtes Fest . 
11 ) = begegnete . Nicht verschrieben ! 
12 ) T Vergichtung . — Vgl . weiterhin Geschwilst und Geschwilstin , Schwindel und Schwindlin ; bei Kühnau , Schlesische Sagen 2 , 541 Wind und Windin , in einem Gedicht von A . v . Tschabuschnigg ( 1841 S . 154 ) Tod und Tödin . 
13 ) Das hielt der Schreiber für eine Apposition . Die 72 sind jedoch die 'Jungen' , die hinter den 'Alten' dreinlaufen . 
14 ) T in sein Bein . Bein ist Plural . Bänderköpfel sind die durch häufiges Knüpfen abgenützten Enden oder Endknoten . 
15 ) T schrah ( Präteritum von schreien ? oder schrecken ? ) . 
16 ) T die Vergichtung und die Vergichtung . 
17 ) Diese Nominative stehen wie noch oft statt der Anrede , freilich hier an falschem Orte , da eigentlich der betroffene Mensch aufgefordert werden musste , nach Jerusalem zu gehen . — Zu . 'Menschenvergicht' wird das alte böse Paar , sobald es in den N fahren ist . 
18 ) T damit . 
19 ) Wildling ist die durch die Stäbe Wasser und Wein gesicherte Benennung eines unedlen ( nicht ausgebauten ) Weines oder gar des Saftes der wilden Rebe . Oder sollte es das heilkräftige Wasser des Wildbades sein ? 
20 ) T Vergichtung ; ohne 'und' . 
21 ) T gebühre ! 
22 ) T Vergichtung . Geschwilst . Geschwilstin . Dieses Femininum ist als das klare Gegenstück der Beweis für unsere Korrektur 'Vergichtin' . 
23 ) T klag ; 'Klage bieten für' entspricht unserem 'klagen wegen' . Ein Beispiel das Klagebieten hatten ; wir am Anfang dieses Gebetes , ein anderes folgt am Anfang unseres dritten Gichtgebetes . 
24 ) T der Schwnidling .
        

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