Volltext: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, 22.1912

Berichte und Büch er anzeigen . 
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zuges durch die Kulturwelt ist das letzte Bändchen gewidmet . Vom Orient aus , wo es die semitischen Stämme früh kennen lernten , folgt es demselben Weg wie die Bronze in seiner Verbreitung nach dem Norden . Die Hallstattperiode und die La - Tene - Periode Europas , beide nach berühmten Fundorten benannt , werden uns vorgeführt und darauf noch ein Ausblick auf die höchst altertümliche Eisentechnik des inneren Afrikas geworfen , die vielleicht älter als die asiatisch - europäische Eisentechnik ist , ohne dass sich bis jetzt das gegenseitige Verhältnis mit Sicherheit festlegen liesse . Auch Indien und Polynesien sind eigenartige Eisenkulturgebiete , deren Zusammenhang mit der Eisentechnik des Westens noch aufzuklären bleibt . 
So bietet das auf gründlichster Kenntnis des Stoffes und der einschlägigen Literatur beruhende Werkchen von Hoernes eine empfehlenswerte , allgemein verständliche Einführung in die Ergebnisse und Fragen der vorgeschichtlichen Forschung . 
Berlin . Sigmund Feist . 
Byzantinische Legenden , deutsch von Hans Li etzmann . Jena , Diede - richs 1911 . 101 S . 5 Mk . 
Lietzmann hat in diesem Buche eine Reihe äusserst interessanter Legenden setzt , die für den Kulturhistoriker im allgemeinen wie für den Forscher auf dem biete der - Religionswissenschaft und V olkskunde besonders grossen Wert haben . Die verschiedensten Motive asketisch - christlicher Weltanschauung sind hier zu finden . Ein Bericht aber würde dem Buche nicht gerecht werden , wenn er aus seinem reichen Inhalte nur einige Umrisse gäbe . Denn neben dem Inhalt kann hier die Form besonderes Interesse beanspruchen . Deshalb will ich nur die Kapitelüberschriften anführen : Der heilige Daniel auf der Säule , der heilige Martinian , Symeon der Narr um Christi Willen , Blumen von der geistlichen Wiese , der heilige Hagiodulos , das Gesicht des Abbas Elias , der fleissige Alte von Chuziba , der Abbas Johannes und das Messgebet , die beiden Säulenheiligen und das Hostienwunder , der triarch Alexander von Antiochia , der bekehrte Säulenheilige , der Abbas Kosmas der Eunuch , der Mönch in der Hölle , die fromme Asketin , die drei Blinden , der bekehrte Leichenräuber , der heilige Thomas , der tote Asket , das Grab des Petrus vom Jordan , der heilige Gerasimos und sein Löwe , Abbas Daniel und das Kind , der Abbas Sergios und der Löwe , eine Antwort des Abbas Orentos , der Patriarch Gennadios und der böse Charisios , der Dämon und das Gebet . Wie Lietzmann selbst sagt , will er mit seiner Auswahl Typen mönchischer Erzählungskunst zeigen : „ Das Leben des Daniel ist das Muster einer von Fabelei fast freien , historisch höchst wertvollen Geschichtsschreibung . Was vom heiligen Martinian . erzählt wird , ist reine Novelle . Zur Schilderung Symeons des Narren haben sich historische Erinnerungen an einen mit abergläubischer Scheu als heilig betrachteten Geisteskranken mit altüberkommenen Schwänken verbunden . Die geistliche Wiese ist das beste Beispiel für die buntscheckigen Sammlungen kleiner Erzählungen : sie vereinigt in sich so ziemlich alle Formen asketischer Schril'tstellerei und ist das beliebteste Volksbuch des byzantinischen Mönchtums geworden . " Einige Quellen - und Literaturangaben am Schluss sind für den wissenschaftlich beitenden willkommen . Druck und Ausstattung des Buches , das mit mehreren Zeichnungen geschmückt ist , sind vortrefflich . Somit verdienen Verfasser wie Verleger den wärmsten Dank für die schöne Legendensammlung . 
Heidelberg . Eugen Fehrle .
        

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