Volltext: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, 22.1912

384 
Naegele : 
kreuze errichtet worden seien , und für weit frühere als Schwedenzeiten ist berichtet und teilweise heute noch an Ort und Stelle erweisbar , dass Schlachtfelder und Kriegergräber durch Steinkreuze bezeichnet wurden , so die Schlachtfelder von Seckenheim , Göllheim , Wisby ( s . oben S . 267 ) . Indes fehlen vollständig geschichtliche Nachrichten , dass man in der Schweden - und Franzosenzeit Soldatengräber mit Kreuzsteinen bezeichnete . Auch die Jahreszahlen an Kreuzsteinen sprechen eine andere Sprache . Mehrfach vorgenommene Ausgrabungen auf angeblichen höfen waren ergebnislos , wie schon Stadelhofer in seiner Chronik von Mönchroth1 ) und nach ihm Birlinger2 ) hervorheben und neuerdings von Grabversuchen unter den Steinkreuzen bei Erisried ( Mindelheim ) und Hasenhofen ( Günzburg ) berichtet ward3 ) . Die Leichname warden eben in geweihter Erde beigesetzt , an der Todesstätte mögen Angehörige da oder dort als Gedächtnismal einen Kreuzstein errichtet haben . 
Sicherlich gilt auch von den sog . Schwedenkreuzen , was von einem nahe bei Asch stehenden Steinkreuz , das nach alter Überlieferung der Grabstein eines schwedischen , im Dreissigj ährigen Krieg daselbst fallenen Obersten bezeichnet ; Alberti ( a . a . O . S . 8 ) sagt : 'Dass nun aber in jener traurigen Zeit , in welcher jeder nur auf Erhaltung und Fristung seines eigenen Lebens bedacht sein musste , einem gefallenen Krieger ein — wenn auch nach unseren heutigen Begriffen — nur wenig kostspieliger Grabstein errichtet worden wäre , ist gewiss nicht wahrscheinlich . Die Kriegskameraden des Gefallenen durften dazu kaum Zeit gefunden haben . Und unsere armen , vom allgemeinen Kriegselend so schwer heimgesuchten Vorfahren ? Was ging sie im Grunde der fremde Soldat an , der , ob er nun Feind oder Freund war , ihren Wohlstand vernichten half ? . . . Zudem müsste , wenn zur Zeit des 'Grossen Krieges' die Sitte geherrscht hätte , gefallenen Kriegern derlei Grabkreuze aufzustellen , doch in irgend einer Geschichtsquelle des 17 . Jahrhunderts eine Andeutung darüber zu finden sein . Vergeblich sucht man danach , obwohl in vielen Gegenden Deutschlands steinerne Kreuze den Namen 'Schwedensteine' führen . ' — In die Schwedenzeit fällt ( s . oben S . 277 ) der angeführte , einzig dastehende Fall des Begräbnisses eines 1632 erschossen aufgefundenen Mannes an der Stätte eines schon vorhandenen Kreuzsteines bei Neustadt a . A . 
In spätere Zeit führt ein Steinkreuz mit Inschriftnische ( 0 , 80 : 0 , 47 : 0 , 24 m ) : 'Voradelberger Grab 1809' , das bei Adelharz ( Kempten ) richtet , an die Tiroler Freiheitskämpfe von 1809 erinnert4 ) . Was aber die Yolkssage von manch älteren angeblichen Schwedenkreuzen , 
1 ) 2 ( 1787 ) 149 . 
2 ) Aus Schwaben 1 , 288 . 
3 ) Deutsche Gaue , 3 , 152 . Das Steinkreuz bei Höchstädt soll das Massengrab von der Schlacht bei H . ( 1704 ) bezeichnen , D . G . 3 , 153 . 
4 ) Deutsche Gaue 9 , 180 .
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.