Volltext: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, 22.1912

Menschenschädel als Trinkgefässe . 
Zeit . Gewöhnlich ist bei diesen Schädeltrinkschalen das Gesicht ständig abgelöst , die Trennungslinie verläuft wagerecht durch den Schädel , so dass die eigentliche Hirnschale das Gefäss bildet , doch kommen auch geschlossene Schädelgefässe vor . 
Die der paläolithisehen Zeit angehörigen Schädelgefässe der Grotte von Piacard sind seit dem Jahre 1883 bekannt und in neuester Zeit gehend studiert worden . Es sind im ganzen neun Stück , die teils dem Magdalénien , teils dem Solutréen angehören . Nicht immer sind diese Schädel ganz gleichmässig zu Schalen umgeformt , und die Ränder sind nicht immer gleich gut bearbeitet ; aber die beabsichtigte Formung durch 
Fig . 5 . Schädelschale aus dem Magdalénien der Grotte von Piacard . 
Nach Breuil und Obermaier . 
Abschläge und Dengelung der Ränder ist zweifellos , und bei einzelnen lassen sich die regelmässigen Silexschläge gut nachweisen ( Fig . 5 ) . Durch diese und anderweit in Frankreich gemachte ähnliche Funde ist also der Nachweis der Schädelbecher bis ins Quartär erbracht1 ) . 
Häufiger sind schon die der frühen Steinzeit angehörigen becher , von denen verschiedene in den Schweizer Pfahlbauten zutage gefördert wurden . Bekannt wurden sie zuerst durch ein im Berner städtischen Museum befindliches Exemplar aus dem Pfahlbau von Schaffis im Bieler See , das Professor Chr . Aeby beschrieb2 ) . Es handelt sich um 
1 ) Breuil et Obermaier , Crânes paléolithiques façonnés en coupes ( L'Anthropologie 
1909 , S . 523 ) . 
2 ) Correspondenzblatt der deutschen Anthropologischen Gesellschaft 1874 , S . 96 . Mit Abbildung .
        

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