Volltext: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, 22.1912

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Beck : 
Thyregod , Börnenes leg nr . 7 . Schwedisch bei Arwidsson , Svenska fornsnnger 3 , 243 'Munken och nunnan' ) wird eine solche veranschaulicht . Dagegen spottet die süddeutsche Kapuzinerbeichte : 'Es ist grad einhundert Jahr' ( Ditfurth , Fränkische Volkslieder 2 , 56 . Blümml , Erotische Volkslieder 1907 S . 24 ) nicht einen liebeslüsternen , sondern einen geldgierigen Pfaffen , der von einem beichtenden Mädchen geäfft wird . 
Berlin . Johannes Bol te . 
Historische Lieder und Zeitsatiren des 16 . bis 18 . Jahrhunderts . 
I . Der Augsburgische Prediger Georg Miller . 
Aus der Nachreformationszeit zu Augsburg hebt sich in der zweiten Hälfte des 16 . Jahrhunderts eine Persönlichkeit in Kreisen der neuen Lehre hervor , die verschiedenes Aufsehen gemacht hat : der in Stettens 'Geschichte der Reichsstadt Augsburg' genannte Pfarrer oder Prädikant Georg Miller ( Müller , Mylius ) . Nach Zapfs Augsburger Bibliographie 2 , 768 hat er auch einige Biographien erfahren , so in 'Joh . Christ . Mylii Historia Myliana vel de variis Myliorum familiis , earum ortu et progressu . Cum figg . aen . ' ( darunter auch dem Kupferbildnis des Prädi - kanten Gg . Miller , Jenae 1751 , 4° ; zu vgl . auch Bismarci Vitae theol . Halae 1614 , 4° ; Adami Vitae theolog . , p . 360 ) . Danach war Miller evangelischer Pfarrer zu Augsburg nach der Mitte des 16 . Jahrhunderts ( bei St . Anna und in den bekannten Augsburger Kalenderstreit sehr verwickelt ( s . Zapf 2 , 687 ; Radlkofer in den trägen zur bayr . Kirchengeschichte 7 , 1900 : 'Die volkstümliche Literatur zum Augsburger Kalenderstreit' , woselbst auch die neueren Arbeiten von Kaltenbrunner , Stiere usw . verzeichnet sind ) . Miller verliess Augsburg , mehr oder weniger daselbst unmöglich geworden , im Mai 1584 und scheint bloss noch vorübergehend dahin gekommen zu sein , so auf den 5 . August ( dies war der Ratstag ) 1596 . Er begab sich nach Wittenberg , wo er Professor und Superintendent wurde . Von hier aus ( Wittenberg 1586 , 4° ) erliess er einen 'Sendbrief an seine lieben Landsleute und Pfarrkinder' ( welcher über den genannten Kalenderstreit handelt ) , worauf 'eine Antwort der jetzigen ev . Geistlichen' vom gleichen Jahre und 4° erfolgte . Im selben Jahre liess er eine weitere Schrift in dieser Sache , ebenfalls 4° : 'Augs - purgische Händel , so sich daselben wegen der Religion . . . mit Georg Müller , Dr . , Pfarrer und Superintendenten daselbst zugetragen' von sich ausgehen . Zapf führt noch ein Manuskript in 4° an : 'Warhafftige Comedia , darin die Historia und Ursachen der Gefencknis wie auch der Erledigung des ehrwürdigen und gelehrten Herrn Georgii Mylii den 25 . Mai anno 1584 in Augspurg für Augen gestellt'1 ) . Miller scheint im Jahre 1607 zu Wittenberg verstorben zu sein . Die Leichenrede auf ihn hat sich erhalten von Friedrich Balduin : 'Auf Herrn Georg Mylius , der Heil . Schrift Doctor , Professor und Superintendent , Wittenberg , 1607 , 4°' . Ein so streitbarer Mann , wie M . , hatte natürlich nicht wenig Gegner , nicht bloss unter den Katholischen , sondern auch in seinem eigenen Lager . So ist nach 
1 ) [ Handschriften dieser Komödie liegen in Augsburg ( 96 . 4U ; 156 . 4° : 312 fol . ) , London ( Additional Ms . 18 , 697 ) , München ( Cod . germ . 2043 . : vgl . 2942 ) , Strassburg ( Univbibl . ) und Wolfenbüttel ( August . 33 . 27 . 4 " und 47 . 8 . 4° ) ; dazu Birlinger , Archiv f . neuere Sprachen 40 , 370 . ]
        

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