Volltext: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, 22.1912

Kleine Mitteilungen . 
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Nym got sägeszen1 ) dy yn den weiden wagst vnnd chelle ( = Bohnenkölle , Satureia hor - tensis ? ) vnnd nym sy2 ) off gebet ( = geweiht ) broth vnnd gybt esz der kwe czw eszen , dernach czende ( = zinde , zünde ) eyn kerccze dy do geweyth yst vnnd berawch dy kwe mit der geweythen kercczen , darnach sprych d dysze worth : dw schweccze ( = - schwarze ) kw , kommen dy pylweiszen dy schwecczen ader dy weiszen dy gellen oder dy grynen dy mannen ader dy ffrawen , zo sprych : yr pylweil'zen , ych hab hawthe eyn bewende ( - webernde ) geweythe3 ) kerccze geszen ( = gesehen ) , yr pylweiszen4 ) yr kenth ( = könnt ) mit hawth noch henth meyn näcz5 ) noch meyn ffasz ( = Gefäß ) nicht benemen6 ) , esz sey denne dasz yr mir brenth ( = bringt ) das ffasz do maria inelogk , esz sey denne dasz yr mir brength dasz ffasz da vnszer herre ynnelagk , esz sey denne dosz yr mir brengk dasz vasz da onszer lyber herre ynne gthawft't wnnd gkraszembt ( = gesalbt ) worth , jn dem7 ) namen desz vatters vnnd des sons vnnd des heylygen geystes , amen . 
Charlottenburg . Georg Baesecke . 
Die Eberesche im Glauben und Brauch des Volkes . 
Wo in den höheren Lagen unserer deutschen Gebirge das Obst nicht mehr recht fortkommt , da säumen oft Ebereschen ( Vogelbeerbäume , sorbus aueuparia ) die Landstrassen , schon im Frühjahr mit ihren weissen , stark duftenden ständen ein anziehendes Bild gewährend , aber mehr noch im Herbst mit den glänzend roten Beerentrauben , welche der Landschaft vielfach einen eigenen Stempel aufdrücken . Auch im deutschen Laubwalde setzt die Eberesche im Herbste einen starken Farbenton in das bunte Gepränge . Die Frucht dieses Baumes findet beim Vogelfang auf dem Herd Verwendung , dient aber auch zur Bereitung von Gelee und Branntwein ; bei letzterem dürfen wir vielleicht an den im Volksliede verherrlichten Ulrichsteiner ( Ulrichstein im Vogelsberg , wo die Eberesche einer der wichtigsten Fruchtbäume ist ) Fruchtbranntwein denken . Auch sonst hat das Volk mannigfache Beziehungen gerade zu unserem Baum . Halsketten und bänder fertigen die Kinder aus den korallenroten Beeren . Mit besonderer liebe macht die Jugend aber aus den jungen Trieben im Frühjahr Bastpfeifen , wobei mehr oder weniger sinnige , mitunter derbe Sprüchlein hergeleiert werden ( oben 11 , 5<S ; Am Ur - Quell , versch . Jahrgänge usw . ) . Auch der Erwachsene glaubt , die Zweige und jungen Stämmchen der Eberesche mit Vorteil verwenden zu können : am Niederrhein pflanzte man sie ehedem vor die Stalltür , namentlich in der Mainacht , um Drachen und anderem Ungetüm zu wehren ( Montanus , feste 1854 S . 154 ) ; darum heisst sie auch Drachen bäum . Das Stierjoch und den Dung besteckt man im skandinavischen Norden mit Ebereschenzweigen , um zu befruchten und böse Geister abzuwehren . Doch auch dem Menschen heilsam ist die geheimnisvolle Kraft unseres Baumes . Feilberg ( Zwieselbäume nebst wandtem Aberglauben in Skandinavien , oben 7 , 47 ) zählt auch unseren Baum zu den bekannten Zwie sei bäumen . Nach Kristensen ( Danske Sagen 4 , nr . 1824 ) 
1 ) Item Nym gott fögaschen B ; dieselben Worte durchstrichen kehren auf den Deckelinnenseiten noch zweimal wieder , einmal am Schlüsse des A unterbrechenden Stückes . 
2 ) sy ] onyl ( ? ) B , nachgetragen . 
3 ) geweithe bewende B . 
4 ) Hier die Unterbrechung in A , durch Verweisungszeichen überbrückt . 
5 ) nöcz B . 
G ) benemen ] B bëmë A . 
7 ) Scliluss von B .
        

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