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Menzel, Deformierender Gesichtsschmuck
Photo: Harald Schultz
Abb. 2. CARAJA. Junger Mann mit Lippenlamelle
Die Nase wird von weniger als einem Drittel der bearbeiteten Stämme
perforiert. Die fast ausschließlich verwendete Stelle ist das häutige Septum;
die Nasenflügel werden nur von einer sehr kleinen Gruppe verändert (vgl.
Kap. IV). Als einziger bekannter Fall in Südamerika durchbohren die
COLORADO 1 ’ die Nasenspitze, während die ITUCALE und URARINA 111
ihren Nasenrücken verzieren.
Alle die genannten Stellen sind leicht zugänglich und leicht zu durch
bohren. So können für die Perforation nadel- oder stichelartige Instrumente
benutzt werden, die meist aus pflanzlichem oder tierischem Material bestehen.
Metall ist sehr selten. Die tierischen Rohstoffe umfassen Knochen 11 , Geweih-
!) v. Hagen 1939,, 28 (vgl. auch pi. VI und VII).
10 HSAI III, 641.
11 BORORO: Colbacchini und Albisetti 1942, 47. Cook o. J., 392.
CAINGUA: HSAI III, 86. CARAJA: Ehrenreich 1891 b, 29/30.
v. Koenigswald 1908 b, 219. Krause 1911b, 221. CAYAPO: Kissen-
berth 1912, 55. Krause 1911 b, 376. CHIRIGUANO: v. Rosen 1924, 62.
GUAYAKI: HSAI I, 322. KASCHTBO; Tcssmann 1930, 129. KRAN: