Zin Spaziergang durch den Nordwesten Treptows
Noch lange, nachdem der Schmollerplatz projektiert
wurde, war er nicht vollständig umbaut. Zwar stan-
den an seinem nördlichen Ende die Mietskasernen der
Karl-Kunger- und Krüllstraße und später, ın den
30ern, kamen die Häuser an der West- und Südseite
hinzu. Ebenso ist die Schmollerstraße schon ab 1913
bebaut worden. Trotzdem zogen sich über den Platz
5is weit in die 50er Jahre Kleingärten bis zur
Bouchestraße hin.® Für die letzten Kampfhandlun-
zen des Zweiten Weltkrieges wurden auf dem Schmoll-
erplatz und entlang der Karl-Kunger-Straße zwischen
der Elsen- und der Wildenbruchstraße Schützengrä-
ben ausgehoben. Als dann 1945 wie so vieles auch die
Müllabfuhr zusammengebrochen war, wurde der Platz
bis zum Anfang der 50er Jahre zur Abfallentsorgung
genutzt, und auf diese Weise wurden auch die Schüt-
zengräben verfüllt. So bedecken Asche- und Müllreste
der Nachkriegszeit die heutige Platzgestaltung.“
Wenden wir uns nun wieder zurück und gehen
an der 1977 errichteten Kaufhalle” vorbei durch die
Mengerzeile in Richtung Harzer Straße. Rechts ste-
1en die Gebäude des »Gagfah«-Blockes aus der Zeit
um 1930. Links stoßen wir auf eine weitere Brach-
fläche, die sich bis zur Bouchestraße hinzieht. Auch
hier trennte bis vor einigen Jahren die Berliner Mauer
zwei verschiedene Staaten in ein und derselben Stadt.
Die Häuser westlich der Bouchestraße und jene an
der Südseite der Harzer Straße gehörten zu Westberlin.
Auf der Ostberliner Seite der Bouchestraße, von der
Heidelberger Straße kommend, blieb nur ein schma-
ijer Bürgersteig zwischen Haus und Mauer.® Auffal-
lend und heute immer noch zu sehen, sind die erhal-
tenen überdimensionalen Lampen, die den schmalen
Abschnitt zwischen Ost und West zur besseren Über-
wachung beleuchteten.
Harzer Straße 118, Rückfassade mit dem oberen Teil einer
Deitschenlambpe zur Beleuchtung des Grenzstreifens
Entlang der Bouch&straße
Diese Straße ist benannt nach J. P. P. Bouch6, der sich
unter anderem als einer der ersten mit der planmäßi-
zen Anlage von Wegen und Gehölzen auf dem späte-
ren Gelände des Treptower Parks beschäftigte. Er ent-
stammte einer Hugenottenfamilie, die im 18, und 19.
Jahrhundert zu den führenden Familien in der Kunst-
gärtnerei gehörte.“ Bevor uns unser Weg die
Bouchestraße entlang weiterführt, noch ein kurzer
Blick auf das Backsteingebäude Mengerzeile Nr. 1-3,