Volltext: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, 11.1901

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Feilberg : 
was ich habe ; du hast verdient , mit dem Tuche auf der Strasse zu gehen . " - „ Meinetwegen kann ich ein Tuch um den Kopf nehmen und weder dir noch anderen zum Yerdruss ausgehen . " Darauf antwortete der steher : „ Jetzt sprichst du die Wahrheit . " Nun aber forderte die frau , dass Hanna zu ihr kommen solle , weswegen sie der Dorfvorsteher mit seiner Frau suchte ; sie hatte sich aber auf dem Boden verborgen , wo der Vorsteher sie auch entdeckte und sie bat , zur Predigerfrau zugehen , was sie anfänglich ausschlug ; doch ging sie zuletzt . Als sie langte , redete die Predigerfrau sie an ; sie untersuchten wieder ihre BrüsteT die nach ihrer Meinung nicht waren , wie sie hätten sein sollen ; sie wollten ihr darum ein Tuch umbinden ; sie wollte es aber nicht erlauben und sagte , hätte sie es verdient , wolle sie ein Tuch selbst umbinden , womit sie schieden . Die Hebamme sagte aus , ihr sei nicht erlaubt , ihre Brüste anzurühren um deswillen , dessen sie verdächtigt wäre ; dies alles sei aber aus alter Gewohnheit anlässlich des Gänsegehens geschehen . 
Ihr Anwalt replizierte , dass dies eine widerrechtliche Sitte sei , der Hanna sei eine Ehrenbeleidigung zugefügt . 
Der Vorsteher und die Gerichtsmänner sagten aus , dass es allgemeine Sitte in den Dörfern sei , dass die Frauen , wenn sie das Gänsegehen hielten , zugleich die Brüste der Dienstmädchen besichtigten , weil sie ohne allen Grund wähnten , wenn irgend ein Mädchen , das sich nicht richtig gehalten , barhaupt mit geflochtenem Haare umherginge , so würden schwangere Weiber , ihre Leibesfrucht und ihr Vieh dadurch Schaden leiden und mit besonderer Krankheit behaftet werden . 
Als gefragt wurde , ob sie etwas Ungebührliches von Hanna wüssten , antworteten die Zeugen nein ; sie hätten Hanna nur wegen ihrer Weigerung , ihre Brüste vorzuzeigen , für verdächtig gehalten . 
Der Spruch des Gerichts lautete , dass die verklagten Frauen 3 Thaler Brüche und an Hanna als Ersatz für den erlittenen Schimpf 8 Thaler Silber zu entrichten hätten . 
Der ganze Bericht ist zu finden bei Nicolovius ( N . Lovén ) , Folklifvet i Skytts Härad ( Skâne 1868 ) S . 52f . 
2 . Beilage . 
( Zu S . 315 . ) 
In der mittelalterlichen Litteratur kommen nicht selten Erzählungen vor , wonach irgend ein Kämpfer die Kunst versteht , das Schwert seines Gegners stumpf zu machen . Ich führe einige Beispiele aus der nordischen Litteratur , aus den Sagas , Saxo und Volksliedern an . Öfter wird hier bestimmt gesagt , dass der Berserk oder Wiking das Schwert seines Gegners ansieht ; der böse Blick muss also auch hier wirksam gewesen sein . 
Gunlaug Ormstunge ( Schlangenzunge ) hatte einem Wiking Thorgrim Geld geliehen , das dieser aber später nicht zurückzahlen wollte ; er wurde
        

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