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Volltext: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, 1.1891

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Prahn: 
Zäunlein, ich rüttle dich, 
Zäunlein, ich schüttle dich, 
Was ist der Liebste mein? 
Das erste Geräusch, das sie nun vernehmen, deuten sie auf den Beruf ihres Mannes. 
Hören sie z. B. Peitschengeknall, so wird der Zukünftige Kutscher sein. Fragen 
sie darauf: „Wer ist der Liebste mein?" so sehen sie ihn. Biberteich. 
12. Bleibt über Nacht eine Waschleine auf dem Boden hängen, so stirbt im 
neuen Jahr ein Bewohner des Hauses. Landsberg a. W. 
13. Wer im kommenden Jahr sterben wird, hat beim Mondenschein keinen 
Schatten. Meyenburg. 
14. Wenn ein Sonntagskind durch das Schlüsselloch der Kirchenthür guckt, 
so sieht es alle diejenigen Mitglieder der Gemeinde, die im neuen Jahr sterben. 
Soldin. 
15. Setzt man sich um 12 Uhr auf ein Grab, so kommen die Geister der Toten 
und Lebendigen vorüber. Die Geister der Lebenden, die sich umsehen, sterben. 
Biesenthal. 
16. Der Pastor und der Küster gehen in die Kirche, die von 12—1 Uhr nachts 
erhellt ist. Da sehen sie alle Gemeindemitglieder, die im neuen Jahr sterben 
werden. Ein Pastor hat sich selbst gesehen und seinen Tod vorhergesagt, was 
auch eingetroffen ist. Biberteich. 
17. Mit dem Glocken s chi age 12 löscht man die Lampen aus und zündet Spiritus 
in einem Teller an. Dann sieht man, was einem im kommenden Jahr bevorsteht. 
Berlinchen. 
18. Man soll einen schwarzen. Kater, an dem kein weisses Haar ist, in einen 
Sack stecken, diesen fest zubinden und hundertfach verknoten. Damit soll man 
dreimal um die Kirche laufen und jedes Mal in die Kirchthür schreien. Dann er¬ 
scheint der Teufel und fragt, was man zu verkaufen habe. Die Antwort lautet: 
„Einen Dachhasen". Der Teufel nimmt den Sack und giebt dafür einen Thaler. 
Nun aber muss man sich beeilen, um unter Dach und Fach zu kommen; denn 
gelingt es dem Teufel, vorher den Sack zu öffnen, so erwürgt er den Betreffenden. 
Der erhaltene Thaler ist ein Heckthaler; so oft man ihn auch ausgeben mag, er 
kommt immer wieder zurück. Landsberg a. W. 
19. Streut man Pferdeäpfel in den Tanzsaal, so entstehen viele Flöhe. Biesenthal. 
d) Neu jähr stag. 
1. Man soll den Hühnern das Futter in einen Reifen streuen, dann legen sie 
die Eier nicht auf fremde Höfe. Baruth. 
2. Wer als der letzte in die Kirche kommt, stirbt als erster im neuen Jahr. 
Woldenberg. 
3. Wer grosse Fische isst, bekommt grosses Geld. 
4. Giebt man nichts aus, so verbraucht man im Jahr wenig. 
e) Gründonnerstag. 
1. Wenn man Brezeln isst, bleibt man vom Fieber verschont. Beelitz. 
2. Ungesalzene Gründonnerstagsbutter heilt alle Wunden. Biesenthal. 
3. Flachs wird an diesem Tage gesät. Dölzig. Woldenberg. 
f) Charfreitag. 
1. Wenn man Iiuss fegt, brennt der Schornstein nicht aus. Woldenberg. 
2. Ehe die Sonne aufgeht, soll man die Nägel von Händen und Füssen kreuz¬
	        
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