Volltext: Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft, 19.1889

Das charakteristische Merkmal der Volkspoesie . 
Von Dr . Franz Krejci . 
Das Wesen der Volkspoesie wird am besten durch die Betrachtung des Unterschiedes , welcher zwischen derselben und der Kunstpoesie besteht , beleuchtet . Daraus ergibt sich eine Reihe von Merkmalen , welche zur Genüge kannt sind . 
In vorliegender Abhandlung werden wir diese Reihe nicht zu vergrößern , sondern auf eine andere Weise zur nis der Volkspoesie beizutragen suchen . Vom logischen Standpunkte werden wir alle jene keiten auf eine gemeinsame Quelle zurückführen , nämlich auf den psychischen Mechanismus , so dass die Volkspoesie eben durch ein markantes Hervortreten desselben über der Kunstpoesie charakterisirt erscheinen soll . 
Der Begriff des psychischen Mechanismus ist zwar bekannt ; doch wollen wir denselben in aller Kürze näher besprechen um seine Anwendung in unserer Angelegenheit - erklärlich zu machen . 
Die Vorstellungsverbindungen , welche das gesamte Seelenleben bedingen , können auf doppelte Weise entstehen . Entweder entscheiden dabei die Hauptprincipien der selwirkung , welche bloß von der Beschaffenheit unseres Nervensystems abhängen , wobei der Mensch ihrer Macht ebenso gut unterliegt , wie z . B . die Atome und Moleküle der leblosen Materie den physischen Gesetzen ; oder es greift in diesen naturgemäßen Verbindungsprocess die nunft bestimmend ein , welche die Vorstellungen ihrem In - 
Zeitschrift für Völkerpsych . und Sprachw . Bd . XIX . 2 . 9
        

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