Volltext: Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft, 16.1886

Das Verhältnis von „ Leib und Seele " . 
Von H . Sie beck . 
I . 
Die nachfolgenden Erörterungen zur psychologischen Grundfrage stehen von vornherein auf zwei Voraussetzungen , die der gegenwärtigen Psychologie hauptsächlich durch den Einfluss der Philosophie Kants näher gerückt worden sind . Die eine von beiden behauptet die Notwendigkeit , für die Grundlage der psychologischen Untersuchung die physische Anschauung von der Seele als Substanz bei Seite zu setzen ; die andere besteht in der Ueberzeugung von dem phänomenalen Charakter auch der inneren Zustände . 
Von diesen beiden Anschauungen ist der psychologischen Forschung gegenwärtig die erstgenannte allem Anscheine nach geläufiger als die zweite . Einen deutlichen Sinn hat der Substanzbegriff im Grunde lediglich dann , wenn er in einer Weise gefasst wird , die ihn für metaphysische wie für empirisch - wissenschaftliche Untersuchungen gleich bar macht , in der Bedeutung nämlich eines in sich selbst ruhenden und für sich abgeschlossenen Seienden . Sobald man aus ihm Wirkungen , Beziehungen , überhaupt Ergebnisse irgend welcher Art zu entwickeln sucht , geht er aus der Eigentümlichkeit des ruhenden Seins über in die des schehens , der wirkenden Kraft und ähnliche , vor denen er selbst alsbald so gut wie ganz verschwindet . Dies gilt selbst in den Fällen , wo der Substanzbegriff , wie in einigen Gebieten 
Zeitschrift für Völkerpsych . und Sprache . Bd - XVI t \
        

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