Volltext: Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft, 11.1880

Genie lind Talent . 
Eine psychologische Betrachtung von 
Jürgen Bona Meyer . 
Ueber Genie und Talent ist schon so viel Treffendes wie Unzutreffendes gesagt worden , dass etwas ganz Neues zu sagen kaum noch möglich sein dürfte . Aber unter dem Vielen , was schon gesagt ist , findet sich doch gar Manches , was nur zu sehr den Charakter eines genialen Einfalls von nur teilweiser Gültigkeit besitzt , und sehr oft ist das Gesagte nicht an dem Maßstab des wirklichen Lebens gemessen . Philosophische Betrachtungen leiden noch immer zu sehr an dem Mangel hinreichender Berücksichtigung der den Erfahrungsgebiete , wodurch allein sie doch wahr und zugleich interessant werden können . Den Studien über Genie und Talent ist selten ein weites Vertiefen in die Werkstätten der wirkenden Bildungskräfte vorangegangen und daher hat das Gesagte nur zu oft den Charakter einer einseitigen oder halben Wahrheit , die in der Verallgemeinerung dann zur ganzen Unwahrheit wird . So behauptet z . B . Schopenhauer kurzweg , das Genie sei klar schauender Enpelsblick ohne Willenstrieb , jedes Genie hasse die Mathematik , kein Genie sei ein Bösewicht . So behaupteten Sulz er und J . Paul , das Genie habe seiner Anlage nach eigentlich immer eine gewisse Universalität , Andere behaupteten mit dem Aesthetiker Vischel' im Gegenteil , die geniale Begabung sei immer grenzt . Manche behaupteten , das Genie gedeihe am besten 
Zeitschr . für Yölkerpsycli . und Spracliw . Bd . XI . 3 . 19
        

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