Volltext: Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft, 11.1880

Die ethische Idee der Vollkommenheit . 
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nicht im Sturm , welcher Felsen erschüttert . Nach Herbart könnte Selbstbeherschung nur im Gegensatz zur heit gelobt werden , nach uns gerade dieser Idee gemäß . 
Zusatz . 
Das Cultursystem . 
Es ist oben bemerkt worden , dass bei Herbart jeder ursprünglichen Idee eine abgeleitete Idee entspreche , und zwar der Vollkommenheit das Gultursystern . Ich will hier nicht untersuchen , ob wirklich in dem Verhältnisse der einen Ideen - Reihe zur andern eine Ableitung vorliegt . Es mag für unsern Zweck genügen , als Definition von Herbart nehmen : Cultur bezeichnet die Gesammtheit aller Kräfte der Individuen einer Gesellschaft . So stellt die Cultur die Idee der Vollkommenheit in der ganzen Breite des Daseins dar . Nach Herbart wäre der Grad der Cultur eines Volkes oder Staates nach der Energie , Vielseitigkeit und Harmonie der Kräfte der Individuen zu bestimmen , wovon eben das Maß der Kraft der Gesammtheit bedingt wird . 
Es werden hier zwei Punkte recht klar : erstlich , dass Herbart unter der Idee der Vollkommenheit nicht lich die Willenskraft beurteilt , sondern alle willkürlichen , im Leben und Verkehr der Menschen hervortretenden Kräfte mit einschließt ; und zweitens , dass alle leiblichen und geistigen Kräfte , alle Fertigkeiten und Geschicklichkeiten , jede Uebung und Tauglichkeit , sämmtlich als ethisch ( d . h . entweder lich oder unsittlich , je nach der Anwendung ) gelten . gültiges , scheint es , gibt es nach Herbart unter den produc - tiven , wie den mehr oder wenigei nur vermittelnden und darstellenden Tätigkeiten gar nicht . Besonders muss auch alles was die Gemeinsamkeit , die einheitliche Beseelung der Gesellschaft fördert , als eine sittliche Institution gelten . drücklich wird auf den hohen sittlichen Wert der Sprache hingewiesen , durch welche die Geister sich schließen und das Verständnis gefördert wird . Und bahn , Post und Télégraphié sind nur Erweiterung der Sprache .
	        
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