Volltext: Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft, 2.1862

Die Sage von Fimsoir - ) . 
Äöenn der Schriftsteller voraussetzen kann , daß seine Leser die allgemeine Weltanschauung , die er hat , theilen und auch über den Kreis , aus dem er einen Gegenstand bearbeitet , eine gleiche Grnndansicht mit ihm haben : so mag es geeignet sein , vomAllge - meinen hinabzusteigen ins Einzelne ; wenn aber solche Voraus - setzuug , wie dies heute meist der Fall ist , nicht statthat , so ist wohl der umgekehrte Weg : von dem Einzelnen zum Allgemeinen , wie für die Forschung selbst , so auch für die Darstellung der em - pfehlenswerthere . Er soll auch der unsrige sein . 
Welche Ansicht man also auch über die EntWickelung des israelitischen Volkes , namentlich seines Monotheismus , haben kann : wir lassen zunächst jede dahingestellt sein ; wir werden nicht von irgend einer als erwiesen ausgehen , sondern versuchen , ob sich uns nach der Betrachtung unseres Gegenstandes im Ein - zelnen ein Ergebniß auch für allgemeinere Fragen ergibt . Wir lassen auch den Werth der biblischen Bücher als Geschichts - quellen , den Zeitpunkt der Entstehung der einzelnen Bücher , sogar ihr relatives Alter , d . h . die frühere oder spätere Abfas - snng des einen vor oder nach dem andern , zunächst unbestimmt ; denn über alles dies herrscht noch Streit , und wir wollen nicht auf irgend eine unbewiesene Annahme bauen , sondern sehen , wie viel wir zur Entscheidung der aufgeworfenen Fragen beitragen können . Ja selbst , ob und in wie fern wir berechtigt find , die Erzählungen der Bibel von Simson als Sage aufzufassen , mag sich selbst erst aus der folgenden Untersuchung ergeben ; und wenn wir diese Sagen mit Sagen anderer Völker vergleichen , 
* ) Umarbeitung und Erweiterung eines Aufsatzes in der Wissensch . Beil . der Leipz . Z . 1857 . No . 50 — 55 . ' 
Zeitschrift f . Bölkerpsych . u - Sprachw - Bd . II . ^
        

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