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Objekt: Jahrbuch für Europäische Ethnologie, 7.2012

No Ifs, No Buts, No Education Cuts! 175 
Wenn man wie dieser Artikel, die kritische Dimension eines Protests untersuchen will 
und deshalb die Motive für die Teilnahme am Protest beleuchtet, so ist es sinnvoll, die 
Motive anhand ihres kritischen Impetus zu unterscheiden. Hier ergeben sich zwei Ka- 
tegorien, die der Einfachheit halber als primäre und sekundäre Motive benannt werden 
sollen. Primär bezeichnet die offiziellen, politisch-rationalen Motive eines Protests wie 
zum Beispiel den Kampf für Demokratie im Arabischen Frühling. Für die Studenten- 
proteste 2010 wären die primären Ziele die Verhinderung der Erhöhung der Studien- 
gebühren sowie der Kürzungen im Bildungssektor. Sekundäre Ziele bezeichnen alle 
nicht-primären Ziele und beziehen sich vor allem auf die emotional-affektiven Ziele 
wie Spaß, Gruppenidentität oder Abenteuerlust. Um genaueren Aufschluss über diese 
Motive zu erhalten soll im Folgenden der Aufruf zur ersten Großdemonstration am 10. 
November 2010 (Abb. 2) analysiert werden. 
Abb. 2: Flyer der National Union of Students und der University and College Union 
zur Demonstration am 10. 11. 2010.   
Thematisch stellt der Flyer die Kürzungen im Bildungssektor in den Vordergrund 
(„fight against the looming savage education cuts“) und damit einen der primären 
Gründe. Ein weiterer angeführter primärer Grund ist die Sicherung des Zugangs zu ter- 
tiärer Bildung („secure accessible further and higher education“), womit der Kampf 
gegen erhöhte Studiengebühren und die resultierende Verschuldung der Graduierten 
gemeint ist. Während die Forderung gegen Kürzungen als rein negativer, perspektivlo- 
ser Aufruf zum Stopp erscheint („Stop education cuts“), wird die Sprache bezüglich 
Studiengebühren merklich positiver. Es ist nicht das Ziel, Gebühren zu verhindern,
	        
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