294 Kleine Mitteilungen
das Objekt als Anhänger getragen wurde. Offenbar war es ein Amulett. Die vergleichs-
weise primitiv ausgeführten Nasen und Augen sprechen gegen die Annahme, daß wir
hier ein Importstück aus Cocle oder dem Quimbayagebiet Colombias, wo der Goldguß
ungleich besser beherrscht wurde, vor uns haben. Es dürfte sich also um die Arbeit
eines Goldschmiedes von Veraguas handeln, die an den Stil von Chiriqui und die
sogenannte ,linea vieja" von Costa Rica erinnert. Die Spiralen an den Seiten der
Gesichter sind roh gegossene Nachahmungen von Filigranschmuck. Charakteristisch
sind die platten, gleichsam über den Stirnen abgeschnittenen Kópfe. Die akzentuierten
Brustwarzen sind keineswegs beweisend für das Geschlecht der die Beschneidung aus-
führenden Person, sind doch auch die Brustwarzen des auf den Knien der größeren
Figur liegenden Knaben überdeutlich. Der Beschneider drückt mit seiner linken Hand
den Hals des Knaben zurück, fixiert den Oberkörper auf seinem linken Schenkel. Der
rechte Unterarm des Operateurs scheint sich auf den rechten Oberschenkel des Knaben
zu stützen — offenbar um ihn festzuhalten. Die rechte Hand hält ein gebogenes, messer-
ähnliches Instrument und zieht zugleich das Präputium in die Länge. Diese Haltung
läßt keinen Zweifel darüber bestehen, daß hier eine Manipulation am Membrum statt-
finden soll, Welcher Art diese ist, kann natürlich nicht mit Sicherheit gesagt werden.
Ist eine Inzision oder Perforation zur rituellen Kasteiung oder eine Amputation zur Be-
strafung beabsichtigt? Da das Opfer ein halbwüchsiger Knabe ist, liegt die Annahme
einer Initiationszeremonie, und zwar einer Zirkumzision nahe. Damit wäre zum ersten
Male das Bestehen einer rituellen Beschneidung bei den prä-columbischen Einwohnern
Panamas festgestellt.
Literatur:
1. Krickeberg, W.: Alt-Mexikanische Kulturen, 159, pg. 458, pg. 546.
2. Steward, H.: Handbook of South-American Indians, 1948, Vol. IV, pg. 30, 36.
3. Hernandez de Alva: Handbook of South-American Indians, 1948, Vol. IV,
pg. 407, Vol. II, pg. 947.
Huahua pampay
Von
Juan Luis Alva Plasencia
Die Zeitschrift fiir Ethnologie verdankt der Vermittlung des in Puquio (im peruani-
schen Departement Ayacucho) wirkenden deutschen Paters Kretschmann zwei folklori-
stische Aufsdtze aus der Feder des bis vor kurzem an dem Colegio Nacional in Puquio
tátigen und der Ketschuasprache máchtigen Dr. Juan Luis Alva Plasencia, der seine
Studien unserer Zeitschrift zwecks Veróffentlichung zur Verfügung stellt. Der eine
dieser Artikel, der im náchsten Heft folgen wird, behandelt die Hochzeitsgebráuche, der
andere, den wir hier abdrucken, schildert das Brauchtum bei der Beerdigung eines
Kindes. Wir danken dem Verfasser für die Bereitstellung dieser Beitráge, die auf
eigenen Beobachtungen unter den Bergbauern und zusätzlichen Informationen örtlicher
Gewährsleute fußen. Hermann Trimborn
El. "huahua pampay'" es el entierro de los nifios. Los indigenas de la
provincia de Lucanas — Departamento de Ayacucho — los realizan en forma
peculiar.
Al morir una criatura hasta la edad de siete afios, se avisa de inmediato
à los padrinos, para que éstos se ocupen de la capilla, mortaja, orquesta y
provisión de cohetecillos, coca, cigarros y licor.
La CAPILLA es una especie de habitación hecha con cuatro sábanas, dos
de las cuales se colocan en las partes laterales, una al fondo y la ûltima hace
de techo. La del fondo se adorna con "llicllas" y flores naturales.
A] muertito se coloca dentro, sobre una mesa, vestido con el hábito de
San José o San Antonio, si es varoncito, o con el hábito de la Virgen María,
si es mujercita. Le cruzan los brazos sobre el pecho, para que sostenga con
las manos un par de "poronguitos" con claveles. Aquellos servirán para que
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