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Kleine Nachrichten .
Höhenverhältnisse und der Sonnenbestrahlung genauer folgt . Der Verfasser hebt wiederholt hervor , dafs die hänge mit südlicher und östlicher Auslage von den lungen entschieden bevorzugt wären ; auf der beigegebenen Karte läfst sich diese Erscheinung allerdings nur in wenigen Fällen deutlich erkennen .
Der zweite Teil der Arbeit geht auf die Siedelungsformen des Gebietes ein . Der wichtigste Unterschied innerhalb serbiens ist der , dafs im ganzen Westen überwiegend höfe Vorkommen , während im Osten die Dorfbesiedelung herrscht , ohne dafs jedoch die Grenze zwischen beiden Siedelungsweisen scharf gezogen werden könnte . Diese schiedenheit ex - klärt sich nach Ansicht des Verfassers in erster Linie aus der Geschichte . Die Westhälfte des Gebietes wurde früher selbständig , als der noch längere Zeit türkisch bende Osten ; dadux - ch geriet der Westen unter den Einflufs der westeuropäischen Kultur , welche auf eine immer mehr fortschx - eitende Auflösung der alten Hauskommunionen wirkte . Die Hauskommunionen sind im östlichen Teile noch in viel gröfsex - em UmfaDge bestehen geblieben . Daneben wirkte dann auch die gebirgigere Natur des Westens auf eine Bevox - zugung der Einzelhöfe hin . Nach der karte des Verfassers zu urteilen , scheint dieses Moment sogar von einer sehr entscheidenden Bedeutung zu sein . Leider geht der Verfasser nicht näher auf die Lage und lung einzelner Orte , namentlich der Städte ein .
Die Arbeit ist sorgfältig , klar und übersichtlich . Nur könnte man hei der eingehenden persönlichen Kenntnis , die der Verfasser von seinem Gebiete jedenfalls besitzt , in chen Dingen etwas mehr Beobachtungsmatex - ial ( z . B . über topographische Lage und Aussehen der Wohnplätze , formen u . a . m . ) erwarten . Die beigegebene Kax - te in 1 : 400 000 ist eine Siedelungskarte , keine Kax - te der dichte , wie sie der Verfasser nennt . Sie bringt die teilung der Siedelungen verschiedener Gx - öfse gut zur stellung ; durch eine nicht ganz vorteilhafte Farbenwahl wird aber die Anschaulichkeit ein wenig beeinträchtigt . — Die Studie steht in Methode und Darstellung völlig auf dem Boden der deutschen Siedelungsgeographie und zeigt eine weitgehende Abhängigkeit von Fr . Katzel . O . Schlüter .
Die Stromgebiete des Deutschen Reiches . Hydrogx - a - phisch und orographisch dargestellt mit beschreibendem Verzeichnis der deutschen Wasserstx - afsen . Teil II . a : biet der Elbe und der Küsten fl üsse der Nordsee nördlich der Elbe . Bearbeitet im Kaiserl . Statist . Amte . ( Statistik des Deutschen Reiches , N . F . , Bd . 39 , Teil II . a . ) 1900 .
Von der hydrographischen und orographischen bung der Stx - omgebiete des Deutschen Reiches ist Teil I , das Gebiet der Ostsee , schon 1891 erschienen . Erst jetzt hat mit der Vex - öffentliclxung eines Abschnittes von Teil II begonnen werden können , ti - otzdem dieser schon lange seinem beschx - ei - benden Inhalte nach beax - beitet vorlag , weil sich gezeigt hatte , dafs die benutzten Nivellements der Hauptströme und damit die Höhenannahmen für die in sie einmündenden Nebenflüsse auf ungenügenden Gx - undlagen beruhten , und deshalb die Ergebnisse der neu ins Werk gesetzten ments abgewartet werden mufsten .
Der Inhalt des vorliegenden Bandes zerfällt in zwei Hauptabschnitte , von denen der ex - ste , kleinere , das Gebiet der deutschen Küstengewässer der Nordsee nördlich der Elbe behandelt . Die Beschreibung erstreckt sich vor allem auf die Wasservex - hältnisse in den einzelnen sogenannten „ Tiefs“ , welche zwischen den friesischen Inseln dux - ch in das
Gebiet des dahinter liegenden Wattenmeex - es führen . Die Wasser Verhältnisse wex - den illustriert dux - ch graphische Dar - stellxxngen der beobachteten Flutkurven an der Schleswigschen Westküste am 25 . und 26 . September 1880 und Tabellen . Die Schiffbarkeit der Tiefs , sowie die Schiffahrtszeichen an den Mündungen sind ebenfalls genau angeführt und ihre Lage auf einer beigegebenen Kartenskizze in Buntdruck gegeben . Daran schliefst sich eine Schilderung der flüsse , hauptsächlich des gröfsten — der Eider — ihres bietes und ihrer Schiffbarkeit , sowie der Kunstbauten und ihrer Geschichte , wobei sich Gelegenheit findet , auch auf die Verwüstungen dux - ch die Stux - mfluten , auf Deiche und Deiclx - verbände und ähnliches einzugehen . Einen breiten Raum nimmt biex - bei selbstverständlich die Geschichte der bungen zur Verbindung der Nord - und Ostsee , sowie die stellung des Nordostseekanals ein , die durch Längs - und Querprofil ei'läutert wix - d . Tabellen über Höhenbestimmungen und Niedex - schläge schliefsen den Abschnitt . Der zweite , fangreichere Abschnitt über das Elbegebiet beginnt mit einer Gliederung des Stromgebietes nach den natürlichen nissen in vier Untex - abschnitte , die ebenfalls auf einer druckkarte vex - anschaulicht werden . Nach diesen einzelnen Unterabschnitten , von denen für die wirtschaftlichen nisse in erster Linie die drei unteren , zu Deutschland gehö - l - igen , in Betracht kommen , werden dann die Gefälls - und Höhenverhältnisse , sowie die Schiffbarkeit und der Wassex - - stand in grofsen Zügen beschrieben , und daraxx in einem mit 81 umfangreichen Tabellen ausgestatteten Kapitel eine naue zahlenmäfsige Dax - stellxxng der Verkehrsverhältnisse auf Hauptstrom und Nebenflüssen und Kanälen angereiht . Auf - schlufs über die Verkehrsmittel giebt eine Aufzählung der für die Elbe eigentümlichen Flufsfahrzeuge nach ihrer Gattung und ihren Mafsverh . ältnissen , sowie der in dem Stromgebiete vex - kehrenden und thätigen Dampfer , Bagger u . s . w . Eine historische Darstellung ist im folgenden Kapitel der beschaffenheit und den Stx - ombauten gewidmet , worauf der Oder—Spreekanal und die daran beabsichtigten Andex - ungen noch eine eingehendere , durch Kärtchen und Profile stützte Darstellung erfahren . In dem folgenden Kapitel über Deichanlagen und Deichverbände sind merkwürdigerweise auch die Ergebnisse der Bestimmungen der sekundlichen Wassex - führung der Elbe und ihrer Nebenflüsse eingereiht , und zwar sowohl die ältex - en von Tetschen und Torgau , sowie eine grofse Masse neueres in tabellarischer Fox - m gebenes Material , das zu einem Vergleich von und Abflufsmengen ausgenutzt wird . Der Rest des Bandes besteht aus Tabellen , die Verzeichnisse von Hafenanlagen und Standplätzen , von Höhenpunkten , von Brücken und Fähren , von höchsten , mittlex - en und niedx - igsten Wasserständen u . s . w . enthalten . Bei der unter denselben befindlichen Nachweisung der mittleren monatlichen und jährlichen Niedex - schlagsmengen einer Anzahl meteorologischer Stationen des Elbegebietes fiel auf , dafs die Monatssummexi zum Teil auf hundertstel meter ausgerechnet wax - en , mindestens wohl eine unnötige Mühe , und der Vex - mex - k darüber fehlte , dafs die Jahx - es - summen in Centimetex - angegeben sind . Ein Anhang enthält hauptsächlich eine durch eine Kai - te und Px - ofile erläuterte Darstellung des Elbe—Travekanals und ein sehr reiches Namensvex - zeichnis trägt wesentlich zur leichten Be - nutzbax - keit des Bandes bei . Überhaupt enthält derselbe eine bedeutende Summe von meist zahlenmäfsigem Material , das , wenn auch hauptsächlich nach wii’tschaftlichen punkten zusammengetragen und die wirtschaftlichen Vex - hält - nisse berücksichtigend , doch für den Geogx - aphen und nicht zum geringsten wegen der px - äcisen Form der Mitteilung eine reiche Fundgx - ube bietet . Grm .
Kleine Nachrichten .
Abdruck nur mit Quellenangabe gestattet .
— Die Mission Hostains - d’Ollone , über die wir
S . 183 des vorigen Bandes eine kurze Notiz bx - achten , weist sich nach den jetzt vorliegenden genaueren und weiter reichenden Nachrichten als eine der erfolgreichsten fx - an - zösischen Unternehmungen der letzten Jahre im Hinterlande der Elfenbeinküste . Schon allein der Umstand , dafs es ihr gelungen ist , endlich die von ihren Vorgängern vex - gebens erstx - ebte Verbindung der Gi'enzgebiete am Cavally mit dem französischen Sudan , d . h . mit den östlichen Quellflüssen des Niger , herzustellen , bedeutet nicht nur einen wichtigen tischen , sondex - n auch einen sehr schönen entdeckungsgeo - gx - aphischen Ex - folg . Die Operationsbasis der beiden Offiziere war das von ihnen errichtete Fort Binger am unteren
Cavally . Auf dem Landwege dorthin von der Küste hatte man einen Duo genannten östlichen Nebenflufs des Cavally gekreuzt , der sich als ebenso bedeutend ex - wies als jener ; die Vereinigung beider liegt unter 5° 45' nördl . Bx\ Der eigentliche Cavally führt von der Küste aufwärts bis zur Einmündung des Duo die Bezeichnung Du , dann heifst er Durobö , währexid der Duo im Mittelläufe Yubu , nach der Quelle zu Diu oder Diugu genannt wix - d . Diese Namen waren aus Ex - kundigungen wohl zumeist schon bekannt , doch herrschte bisher grofse Verworx - enheit über die Flüsse , denen sie wirklich zukommen . Im August v . J . gingen Hostains und d’Ollone ( der erstere ist übx - igens Kolonialadministrator , der letztere Dx - agonerkapitän ) an die Erschliefsung des