Digitalisate

Hier finden Sie digitalisierte Ausgaben ethnologischer Zeitschriften und Monografien. Informationen zum Digitalisierungsprojekt finden Sie [hier].

Suchen in

Volltext: Zeitschrift für Ethnologie, 80/81.1955/56

  
lll. Kleine Mitteilungen 
Afrika -Expedition des Hamburgischen Museums tür Völkerkunde 
Der nachstehende Zwischenbericht wurde uns von 
Herrn Dr. Dittmer auf Wunsch der Schriftleitung 
liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellt. 
Zwischenbericht 
Unsere Expedition — bestehend aus Dr. K. Dittmer (Hamburg) und 
Dr. J. Zwernemann (Mainz) — arbeitet nun ein halbes Jahr in Haute Volta, 
Afrique Occidentale Francaise. Dank der alle Erwartungen übertreffenden liebens- 
würdigen Aufnahme durch die Regierung und alle ihre Funktionáre wie die Kollegen 
des Institut Francais d'Afrique Noire, die uns jede mógliche Hilfe und 
Unterstützung gewáhren, konnten alle aufgetretenen Schwierigkeiten überwunden und 
erfolgreich gearbeitet werden. 
Als Studienobjekt wurden in Übereinkunft mit dem Direktor des I. F. A. N., Herrn 
Professor Th. Monod, die Gurunsi gewdhlt, deren Siedlungsgebiet sich in einem 
Winkel westlich und südlich von Ouagadougou zwischen Schwarzer und Roter Volta 
bis in den Norden von Goldcoast hinein erstreckt. Aus neuerer Zeit liegen noch keine 
detaillierten und exakten vólkerkundlichen Monographien über sie vor. Ein an sich 
erwünschtes stationáres Arbeiten unserer Expedition in nur einem Dorf erwies sich aus 
verschiedenen Gründen als undurchführbar: Bereits eine erste mehrwóchige Tournee 
durch das gesamte Gurunsi-Gebiet unter Führung des Geographen und Sub- 
direktors des Centre I. F. A. N. in Ouagadougou, M. G. Savonnet, hatte 
bestátigt, daB trotz ihrer Zugehórigkeit zu einer engeren Sprachfamilie betráchtliche 
kulturelle Unterschiede nicht nur zwischen den einzelnen Gurunsi-Stámmen be- 
stehen, sondern auch innerhalb dieser zwischen jedem Gau (Canton). Die Auswahl 
eines für eine größere Gruppe wirklich charakteristischen und kennzeichnenden Dorfes 
für lange stationáre Feldarbeit ist also nur nach Gewinnung eingehender Kenntnisse 
des gesamten Gebietes móglich. Da ferner die fremdvólkischen Nachbarn in verschie- 
denem Maße auf die Gurunsi einwirk(t)en, sind einige Studien unter diesen zur 
Abgrenzung des eigenen Kulturgutes der G. von Fremdeinflüssen unerláflich. SchlieB- 
lich verbietet sich ein ununterbrochen langer Aufenthalt an einem Ort schon deshalb, 
weil es bei diesen Steppenbauern aufer einigen teuren und mageren Hühnern hóch- 
stens noch ungemahlene Hirse zu kaufen gibt, die Mitnahme (von Konserven und 
sonstiger) haltbarer Nahrungsmittel sowie von Brennstoffen für Kocher, Lampen und 
Wagen aber nur in beschránktem Umfang móglich ist. 
So ergab sich als unsere Arbeitsweise zwangsläufig: Durchschnittlich dreiwóchige 
Tournees in ein jeweils anderes engbegrenztes Gebiet (während der nun zu Ende 
gegangenen Trockenzeit zunächst in später unpassierbare Regionen) zum Studium des 
Wirtschaftens und Hausens, zufällig sich ergebender oder absichtlich herbeigeführter 
Feste und Kulthandlungen usw., Ausquetschen von Gewährsleuten über sämtliche 
Lebensbereiche, zur Anlegung ethnographischer Sammlungen (bis jetzt für Ham- 
burgisches Museum für Vólkerkunde und I. F. A. N. zusammen 875 
Gegenstánde erworben und an Ort und Stelle etikettiert) und zu linguistischen Unter- 
  
  
 
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.