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Volltext: An ethno-geographical analysis of the material culture of two Indian tribes in the Gran Chaco

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Rezensi° neI1 
scheidet sich Mansfeld für solche ephemeren, unpersön 
lichen Kontakte, anstatt eine kontinuierliche Beziehung 
zu einem (oder mehreren) Dogon-Hausmädchen aufzu 
bauen? Auch die in die Dörfer zurückgekehrten Mädchen 
bleiben gesichtslos und ihre scheinbar fast zufällig ge 
sammelten Aussagen fade und zusammenhanglos. Wie 
lassen sich die Dogon-Männer in das Forschungspro 
jekt integrieren, zumal ihre Erzählweisen nicht unmittel 
bar mit den Erfahrungswelten der Mädchen konfrontiert 
werden? 
In einem relativ ausführlichen Kapitel stellt die Au 
torin Überlegungen zu den kulturellen und sozialen Mi 
grationsvoraussetzungen der Dogon-Mädchen an und be 
gibt sich hiermit wieder auf die sozialempirische Ebe 
ne. Zur Stützung ihrer Interpretation der Migration als 
Fortsetzung der Traditionslinie greift sie auf ethnologi 
sche Untersuchungen zurück, die die Situation von vor 
60 Jahren in idealtypischer Weise zum Gegenstand ha 
ben. In der Bezugnahme auf die Arbeit von Parin und 
Morgenthaler “Die Weißen denken zuviel” (1963) als 
Quellenangabe fehlt die kritische Distanz, die der Aus 
sagekraft der darin protokollierten Gespräche entgegen 
gebracht werden muss. Es handelt sich nämlich um in ei 
nem künstlichen, sozial isolierten Raum geführte, fremd 
bestimmte Gespräche, Reden und Monologe, die auch 
durch die psychologische Interpretation der Autoren völ 
lig unverständlich und zusammenhangslos bleiben, da sie 
weder spezifische ethnologische Vorkenntnisse mitbrin 
gen noch solches Wissen später für ihre Analysen nutz 
bar machen. Fraglich ist auch Mansfelds Argumentation, 
die von einer Vergleichbarkeit des Loslösungsprozesses 
eines Mädchens zum Zwecke der Verheiratung in einem 
benachbarten Dorf einerseits und der städtischen Migra 
tion andererseits ausgeht. Bei der Arbeitssuche in Bama 
ko stellen jedoch ökonomische Interessen bzw. Notwen 
digkeiten die Antriebskraft dar sowie der starke Wunsch 
nach Teilhabe an der Modernität. 
Äußerst ärgerlich ist die unterlassene Lektoratsar 
beit. Das Buch enthält unzählige Fehler bei der Inter 
punktion, der Wiedergabe französischer Wörter, der Kon 
junktivbildung in der indirekten Rede, der Groß- und 
Kleinschreibung, den ethnologischen Bezeichnungen 
(Banama-Gesellschaft und Bambana statt Bamana-Ge- 
sellschaft) etc. Außerdem ist anzumerken, dass die deut 
sche Übersetzung der französischen Originalgespräche 
dringend einer Überarbeitung bedurft hätte! 
Das Buchcover wirft ebenfalls ernste Fragen auf: Was 
haben die jungen Städterinnen, die sich vor einem Spie 
gel schminken und für eine Modenschau fertig zu ma 
chen scheinen - auf gar keinen Fall handelt es sich um 
Dogon-Hausmädchen! - mit dem Inhalt des Buches zu 
tun, wo es um die Prekarität und Entwurzelung junger 
immigrierter Dorfmädchen und deren sprachlichen Dis 
kurs in einer transkulturellen unsicheren Lebenssituation 
geht? - Bei der Danksagung der Autorin vermisse ich 
zumindest die Erwähnung der malischen Partnerinnen, 
die ihr für die Untersuchung dieses doch auch sehr heik 
len Themas zur Verfügung standen! 
Ilsemargret Luttmann 
Matory, J. Lorand: Black Atlantic Religion. TU 
tion, Transnationalism, and Matriarchy in the Afro-b 
zilian Candomblé. Princeton: Princeton University Fr 
2005. 383 pp. ISBN 978-0-691-05944-0. Price: £ 
J. Lorand Matory, Professor für Ethnologie an 
Harvard University, hat in der vergangenen Dekade 1 
seinen zahlreichen Publikationen einen herausragen 
Beitrag zur Forschung über die Verbindungslinien 2 
sehen Afrika und der Neuen Welt und über afroaiu^ 
kanische Religionen im Besonderen geleistet. Seine 
beitsweise und Reflexionen werden auch von Ethnol°&^ 
aufgegriffen, die sich mit anderen Regionen befassen 
auf der Suche nach neuen theoretischen und meth° 
logischen Impulsen sind. In dem Buch “Black Ada 
Religion. Tradition, Transnationalism, and Matriarchy^ 
the Afro-Brazilian Candomblé” präsentiert Matory 
gebnisse seiner Forschung über den brasilianischen ^ 
domblé in Bahia, die an eine frühere Arbeit über 
Geisterverehrung der Yomba in Nigeria anknüpft- 
In der Einleitung formuliert der Autor sein äu 
gen, den Candomblé aus einer neuen Wissenschaft! 10 
Perspektive zu betrachten. Anders als die Pionier® 
Afroamerikanistik, wie Melville Herskovits, Rog° r ^ 
tide oder Sidney Mintz und Richard Price, will er nl j ß f 
nach afrikanischen Ursprüngen und Überbleibseln 111 , 
Neuen Welt oder Neuformationen am Sklavereist 3 
ort suchen, sondern zeigen, dass afrikanische und 3 
amerikanische Religiosität seit vielen Jahrhunderte 11 
einem wechselseitigen Austausch- und Befruchtung 8 "^ 
zess stehen. Weiterhin möchte sich Matory auf einer V e , 
dem sozialen Kontext konzentrieren, indem er .in 
niger mit religiösen Laien der Plantagen oder des ^ 
terlandes, sondern mit Reisenden, Forschern, Schrift 8 ^, 
lern, Pilgern, Händlern und Priestern befasst, die s® 1 * g , 
Mitte des 19. Jhs. die so genannten Volksreligionen 
und jenseits des Atlantiks umgestalteten (16). 
Das erste Kapitel, “The English Professors °f B^it 
On the Diasporic Roots of the Yomba Nation » 
eine geringfügige Überarbeitung eines Artikels ßab 
schon sechs Jahre zuvor in der Zeitschrift Comp arCl ^ 
Studies in Society and History erschienen ist. V ^ 
wählt einen historisierenden Ansatz, um sich 0111 ^ 
transatlantischen Genese der Yomba in Westafrika ^ 
ihren Abbildern in der Neuen Welt zu befassen, 
lieh der Nation der Nagö im brasilianischen Bah |a ^ r|) 
der Lucumi, die heute nicht nur in Havanna, s ° a 
in zahlreichen nordamerikanischen Großstädten zu ^ 
ist. Transatlantische Dynastien von Reisenden, 
und Priestern, die im 19. und 20. Jh. regelmäßig zW lS 
den beiden Ufern des Atlantik hin- und herwandert® 1 ^^ 
stalteten über essentialisierende Diskurse eine Id e ° . ei 
der Reinheit und Überlegenheit der Yomba geg® 
anderen westafrikanischen Ethnien. t j 0 p. 
Das folgende Kapitel, “The Trans-Atlantic ^ 
Rethinking Nations and Transnationalism”, behau ^ 
Grunde eine ähnliche Fragestellung, denn auch 
eine transatlantische Nation im Zentrum, die uu ^ 
gen brasilianischen Candomblé populär ist. Mat ) ^ 
schreibt hier das Entstehen, zeitweise Verschwind^ ^ 
Wiederaufleben der westafrikanischen Nation der ^ 
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Anthropos
	        
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