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u. 8. w. ein Jahr lang von Mai zu Mai fungierten, gewesen sein.
Wenn die Pärchen gebildet waren, begann der Reigentanz um
Linde oder Maibaum. — Die Worterklärung ist nicht Jeicht.
Mientje erinnert an Minne==Liebe, es mag darunter die Liebes-
göttin Sib, deren Name auch in zippel, zappel, zonetje anklingt,
zu verstehen sein. „Doge‘“ bei Disk mag zusammenhängen mit
touge= heimlich, verborgen: die Gottheit kommt von der hohen
dem Menschen verborgenen Himmelstafel der Götter. Von dieser
Göttertafel bringt sie allerlei Schönes mit und zwar: entweder
bei der Lesart „zippel, zappel, zonetje‘“ mancherlei Seltsames
oder bei. der andern „sib-sab-Sonetje‘“ etwa eine Pfeife, mit
welcher zum Tanz aufgespielt werden soll (vgl. sip- sap -Sone-
pipe =Bastpfeife; und gerade solche mögen bei dieser Feier ur-
sprünglich in Anwendung gewesen sein). — Oder sollte gar an
einen herzinnigen Kuss zu denken sein, indem ja Sonetje an
Soon==Kuss anklingt? — Ob bei Fisch gar an ein Backfischlein
zu denken ist, so dass Mustert das wäre, was ihr etwas Pikantes,
Schmackhaftes, Liebreizendes gäbe? Ich wage kaum, es aus-
zusprechen. Bei dem jungen Mann soll der Bart so etwas sein;
denn es heisst: ’n Kuss sünder Bart is. as ’n Ei sünder Solt.
— In den folgenden Versen ist der Refrain mehr oder weniger
mechanisch angehängt. — Die Königin der Jungfrauen gilt für
die mütterliche Vertreterin derselben, sie nimmt bei dem „unse“
Dochter die Schar dieser Jungfrauen mit sich zusammen. —
„Dan laat höör ook man mit jo gaan“: Nun führt die ehe-
schliessende Göttin (bei der Lesart Mientje) oder der Gott’ resp.
der König der jungen Männer (bei der Lesart Mantje) die Jung-
frau dem Fröer zu. — Das wiederholt sich, bis der letzte Bursch
mit dem letzten Mädchen ein Pärchen bildet. Ist bunte Reihe
gebildet, so beginnt der „König‘“ mit der „Königin“ den Tanz,
worauf die andern alle folgen. „Ich höre schon des Dorf’s Ge-
tümmel, — hier ist des Volkes wahrer Himmel, — zufrieden