Die Hellenen.
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tvelche als Gattin Alexanders dessen Ansprüche auf den Orient
in ihrer Person dargestellt hatte, und ihrem Sohne Alexander
(311 v. Chr.).
Theils dämonische Thaten, theils unverdiente tragische Schick
sale knüpfen sich an die Namen mehrerer Königinnen, sowohl
Makedoniens, als der makedonischen Theilreiche Syrien und
Aegypten. Die einzelne Erwähnung dieser Frauen, einer Lao-
dike, dreier Bereniken und nicht weniger als acht K l e o -
patren, würde uns zu weit führen; sie alle übrigens, nament
lich die sieben ersten Kleopatren, sind verschollen bis auf ihre
achte Namensschwester, die allein weltbekannte glänzende
Kleopatra, die letzte Herrscherin des Nillandes, Tochter
des schwächlichen als „Flötenspieler" bezeichneten elften Ptole
mäers. Mit ihrem Bruder Dionysos, dem zwölften und letzten
Ptolemäer, den sie ehelichen sollte, zur Nachfolge bestimmt,
wurde sie von dem Vormunde Pothinos vertrieben, bis sie
nach erbitterten Kämpfen, in denen Vormund und Bruder
den Untergang fanden, durch Cäsars Gunst, dem sie ihre
Liebe dafür schenkte, Aegyptens alleinige Königin wurde.
Sie besuchte Rom, von wo des Geliebten Ermordung sie nach
Hause trieb; aber gar bald tröstete sie der von ihr hinge
rissene Antonius, der sie endlich auf allgemein bekannte
Weise in seinen Sturz mit hineinriß. Durch die Natter, die
sie an ihren Busen setzte, ging der letzte weibliche Sproß
längst entarteten griechischen Königthums unter, und die Welt
gehörte seitdem unbestritten den Kindern der Wölfin.
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Henne am Rhyn, Die Frau in der Kulturgeschichte. 9