Volltext: Der Islam und die abendländische Kultur

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Zwei Weiten 
der altarabische Dichter Dscharir Kunde erhielt vom Tode 
^-seines Feindes Farasdak, mit dem er sein Leben lang die lei 
denschaftlichsten Streitgedichte gewechselt hatte, da brach er in 
Tränen aus und sagte: „Nun weiß ich, daß ich nicht mehr lange 
leben werde, denn wir standen unter dem gleichen Sterne, und je 
der von uns war auf den anderen angewiesen!" 
An diese Anekdote möchte man denken, wenn man die Bezie 
hungen der christlichen und der isiamischen Welt durch die Jahr 
hunderte verfolgt. Nach außen hin zwei scharf geschiedene Wel 
ten, getrennt durch die Kluft einer verschiedenen Religion und die 
dadurch bedingten Lebensformen und Ziele und tatsächlich nie in 
einander aufgehend, sind diese beiden Welten gleichwohl in bestän 
diger Berührung miteinander, ja, diese Berührung, wie immer 
sie geartet sein mag, freundschaftlich oder feindselig, bestimmt die 
Entwicklung beider Teile in einem viel höheren Maße, als gemei 
niglich angenommen wird. 
Der Islam als der jüngere Teil ist von seiner Entstehung an 
mit dem Christentum aufs engste verbunden. Wie dieses erkennt
	        
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