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Volltext: Baessler-Archiv, 41/42=66/67.1993/94

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Bründer, Frank Hamilton Cushing und das Königliche Museum 
Aber was für Bandelier legitim war, war nicht zugleich legitim für Cushing. Im 
Gegenteil, Bandelier wußte genau, daß Cushing als offizieller Sammler vom 
National Museum in Washington beauftragt und auch bezahlt wurde, und daß ihn 
das vorgeschlagene Geschäft „unter Freunden“ in Konflikt mit seinem Arbeitge 
ber bringen würde. Darum fühlte sich der umsichtige Bandelier veranlaßt, seinen 
Vorschlag durch eine Konfliktlösungsstrategie zu ergänzen: 
„It will have the advantage that, at the start, duplicates of what you have already sent to 
Washington is all what is required, so that you do not commit any breach of propriety. Later on 
we shall have to twist it into an irreproachable shape. For my part, I am not bound to any museum 
and can do just what Id... please, so that if the „negocio“ goes under my own name, perhaps, 
nobody can utter a word.“ 
Bandelier beklagte sich dann bitter über die nach seiner Meinung unzureichende 
Unterstüzung durch das Archaeological Institute in Boston 33 . 
Diesem Schreiben an Cushing folgte nach zwei Wochen ein weiteres mit 
einem neuen Auftrag. Diesmal war der Auftraggeber Oscar W. Collet, Kustos der 
Missouri Historical Society in St. Louis. Collet korrespondierte ein Jahr später 
ebenfalls mit dem Königlichen Museum für Völkerkunde in Berlin 34 . Es geht aus 
Bandeliers Schreiben nicht hervor, wer in diesem Fall als Auftraggeber hinter 
Collet stand. Aber unabhängig vom Auftraggeber zeigte sich hier abermals 
Bandeliers Handelstalent: 
„He wants a big flint-knife! He just raves for it! I told him that it would be impossible, but that 
if, through some streak of luck, you could get one, that then he would have to „bleed“ for it“ 35 . 
Im Oktober kam Bandelier auf dem Weg nach New Mexico in einem kurzen, an 
Mrs. Cushing adressierten Brief aus St. Louis auf die Bestellung aus Berlin 
zurück und nannte die von den Berlinern vorgegebene Preisgrenze von $200. Er 
drängte Mrs. Cushing: „Please put him to work at once, as I would like to be able 
to ship at Fort Wingate -1 can draw the money as soon as the goods are shipped“ 36 . 
Am 7. Dezember 1883 - Bandelier hatte Santa Fe in New Mexico erreicht - gab 
er seinem Freund Frank Anweisungen zum Versandverfahren und den Rat, bei 
der Auswahl der Objekte nach taktisch bestimmten Kriterien zu verfahren: 
33 Brief vom 13. August 1883; Cushing Collection, Southwest Museum, Los Angeles. 
34 Museum für Völkerkunde Berlin, Erwerbungsakte Amerika Voi. 9, Nr. 2228/84. 
35 Brief vom 26. August 1883; Cushing Collection, Southwest Museum, Los Angeles. 
36 Brief vom 18. Oktober 1883; Cushing Collection, Southwest Museum, Los Angeles,
	        
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