Die eingeborene SBebblferung ber deutjhen Schhußgebiete,
Die eingeborene Bevölkerung der deutfchen Schubgebiete der Südfee
und in Oftafien.
Der beutid)e Befigtum in der Südjee befteht mit Ausnahme von Katfer-Wilhelms-
Cand im Nordoften von Neuguinea aus grôperen und Fleineren Gnjeln. G8 gehören hierher das
Raifer-Wilhelms-Land NMeuguineas (179 000 qkm — !2 Preußen), der Bismardardipel
(47 COO qkm), ber fidj aus Neupommern, Steumedlenburg, Steufannover, den Abmiralitäts-
injeln, der Meulanenburggruppe, den drangüjifhen Injeln, den Hermitinfeln, den )ünigos oder
Schachbrettinfeln und verfchiedenen Keinen Yujeldjen aujammenjegt, und von der Salomongruppe
Buta und Bougainville (10000 qkm). Nad) anderer Schägung beträgt der Flächenraum des
BDismardardipels einjdjlieBlid) beider Calomoninjelu 61000 qkm (= 2/, Bayern). Im
Norden jdjieBen fid) die Rarolinen (700 Jnjeln, aujammen 1150 qkm) mit den Palauinfeln
‘450 qkm), die Marfballinfeln (353 Gilande mit gujammen 400 qkm) und die Marianen ohne
Guam (626 qkm) an. Gang im Often gwifden 172 Grad 45 Min. und 168 Grad 9 Min. w. g.,
in 131 big 1412 Grab j. Br. liegen die Samoainjeln, von denen Sawati (1691 qkm), Upolu
868 qkm), Manono (8,5 qkm) und Apolima (4,7 qkm) beutjd) find; zufammen haben fie ungefähr
einen Flächenraum von 2572 qkm, find aljo jo groB wie das Herzogtum Sachjen-Meiningen.
Nach den geologifchen Verbältnifien und dem Relief des Meeresgrundes gehören bie
Marianen fowie die Palauinjeln und Jap von ben Sarofinen aur ajtatijdjen Synjelwelt, müfrenb
die Sftlih davon gelegenen übrigen Karolinen, die Marfhallinfeln, ber Bismardarchipel, Neu-
guinea und Samoa zum auftralifch=ozeanifchen Gebiet zu rechnen find.
Bum Teil find die Infeln des dentichen Schußgebietes in der Sübdfee vulfanijden Ur-
jprungs, wie bie Samoainfeln, die Marianen, bie bier hohen Injeln der Karolinen, zum Teil
Rorallenbauten, wie die iibrigen Karolinen und die Maribalinfeln. Der Bismardardjipel und
Staijer-2BilBelma-Qanb finb wafridjeinid) Teile alter Gebirgbügen, bie ba$ aujtralijdje Feftland
im Nordoften begleiten und auf Neuguinea über die Schneegrenze aufragen.
Dauptidchlich find die Jnfeln der Siidjee mit Hochwald bedeckt; das Grasland tritt ganz zurüc,
An mandjen Stellen findet fich eine SBaumjabanne. Stangtovelanbidjajt ift verhältnismäßig felten,
da der Wald bis an das Meer Heranreicht. Auf den Heinen KXoralleninjeln gedeiht, abgejehen von
der Kokospalme, dem Bandanus und dem Brotfruchtbaum nur eine artenarme Strandvegetation.
Die Infeln der Südfee werden in drei große Gruppen geteilt. Öitlih von 180 Grad w. L.
von Greenwich werden fie ald Polynejien zufammengefaßt; die Gilbert- und Marfhalinjeln,
bie Statolinen und Marianen bilden Mifronefien und bie {iibweftlich davon gelegenen Infeln
Neuguinea, der Bismardardjipel, die Salomonen, )teufebriben, Neukaledonien und Santa: Cruz-
Unjeln) ftellen Melanefien dar. Die BDevilferung diefer drei Jnfelgruppen, bie Polynefier,
Mifronefier und Melanefier, find fprad Lich, etbnologif) und anthropologife voneinander verjdjieben.
Unter der Bevölkerung der beutidjen Sdubgebiete in der Siidjee find alle drei Typen
vertreten. Auf Neuguinea, dem Vismardarchipel und den Salomonen finden fi) die Melanefier
im allgemeinen, die {prachlich, ethnologijch und, wie es jHeint, aud) antfropologijd) in die
gwei Gruppen der Papuas und der eigentlichen Melanefier zerfallen. Die Bewohner der
Samoainfjeln gehören zur polynefifdhen Bevölkerungsgruppe. Die Mifronefier, melde
al3 eine Mijhung gwifehen den Polynefiern und Melanefiern betrachtet werden, find mit Aus-
nahme der Bewohner der Gilbertinfeln und Guam beutid).
Auf dem Feftlande Oftafien ijt das Riautidou-Gebiet, eine Bucht bed dinefijchen
Neiches, deutihes Bacht= und Schubgebiet; die einheimifchen Bewohner find Chinefen.