Vaterländische und andere vorgeschichtliche Altertümer. 33
Bronzezeit vorangegangen, nach Anderen nur eine Zwischen-
Periode der Bronzezeit gewesen sein soll.
Überdie Anfänge der Einführung von Metallgegenständen
nach dem Norden gehen die Annahmen sehr weit aus-
einander; Einige setzten hierfür die Zeit um 2000 vor
Chr., Andere um 1000 vor Chr. an.
Hieran reihen sich die Funde, in denen neben getrie-
denen und gegossenen Bronzegeräten auch Eisengeräte und
Waffen vorkommen. Nach dem bedeutendsten F undorte,
Hallstatt im Salzkammergut, bezeichnet man diese Klasse
Sewöhnlich als „Hallstätter Typus“. Die Zeit der
höchsten Entwicklung desselben dürfte vielleicht um 500
vor Chr. anzunehmen und die Dauer der sogenannten
„Hallstätter Periode“ etwa für die Zeit von 800 bis
400 vor Chr. zu bemessen sein,
Jüngeren Datums, bis etwa in das vierte Jahrhundert
vor Chr. hinauf reichend, sind die namentlich in Frankreich
und im Westen und Südwesten Deutschlands häufiger ge-
fundenen Gegenstände etrurischer Herkunft. Es sind
dies bronzene Schnabelgefäße, bemalte Tongefäße, goldene
Schmucksachen, Wagenreste, eiserne Schwerter mit Erz-
scheiden u. s. w.
‚ Zum Teil nahe verwandt in Form und Verzierungsweise
Sind die Gegenstände, welche den nach dem hervorragendsten
Fundorte, dem Pfahlbau von La T&ne bei Marin am
Neuchateller See, sogenannten „La T&ene-Typus“ (auch
„Kallischer“ oder „lateceltic“ genannt) repräsentieren
and bis etwa 100 nach Chr. zu datieren sein dürften.
Wegen der Ähnlichkeit des Stiles der diesen beiden
tetzten Zeitabschnitten angehörigen Gegenstände faßt man
dieselben als ältere und jüngere La T&ne-Zeit zu-
sammen und rechnet die erstere etwa von 400 bis 100 v. Chr.
und die zweite von 100 vor Chr. bis 100 nach Chr. —
In manchen Gegenden, wo diese Periode besonders reich
Sntwickelt ist, läßt sich auch noch eine mittlere La
Tene-Zeit unterscheiden, welche etwa in die Zeit um 200
vor Chr. zu setzen sein würde,
‚ Durch die römische Okkupation wurde dann der noch
\Mmer etwas altertümlich-barbarische Geschmack der La
Führer durch das Museum für Völkerkunde.
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