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Volltext: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, 66.1936

DIE FISCHEREI AUF NAURU 
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areire, emamga, erdtaba, ergab, etoqude, iürüm, ikuiddda und oft der edpae. Als Köder 
dient das Fleisch des fliegenden Fisches, des ibia, des itsibab etc., nur kein Haifleisch. 
An dem Tage, an welchem ein Fang stattfinden soll, stehen die Fischer in der 
Frühe beim ersten Hahnenschrei auf, ordnen die Gerätschaften und machen das Kanoe 
flott. Es herrscht noch Dämmerung. Sodann gehen sie aufs Riff und verstecken sich 
eine Weile, ein jeder hinter einem Korallenblock, zwar so, daß sie sich nicht gegen- 
seitig sehen können. Nach einer Weile kehren sie in ihre Wohnhütte zurück, um zu 
frühstücken. Nach dem Frühstück werden alle Insassen des Hauses aufgefordert, 
schleunigst das Lokal zu verlassen. An beiden Giebelfronten der Hütte zieht man 
eine anakqgba-Leine von einer Dachecke zur 
anderen und behängt sie mit abgebrochenen 
Spitzen junger Kokosblätter. Das Haus ist tabu. 
Jetzt erst greifen die Fischer zum Paddel und 
zehen zum Kanoe hin, um zum Fischfang aus- 
zuziehen. Die Landsleute merken an den Palm- 
blättchen, daß das Haus ebügdga (tabu) gewor- 
den ist und meiden dasselbe zu betreten, oder 
in die Nähe zu kommen. Führt der Weg am 
ause vorbei, dann biegt man schon eine 
Strecke vorher ab nach dem Innern und umgeht 
das Haus in einem großen Bogen. Auf der See- 
seite des Hauses darf niemand vorbeikommen, 
auch nicht in größter Entfernung, weil man 
sonst den Fischern auf See zu nahe käme. Die 
insassen der Hütte (Frau und Kinder) mußten, 
so lange der Fang dauerte, die Zeit bei Ver- 
wandten oder Nachbarn verbringen. Erst wenn 
die Fischer zurück waren und die Leine vom 
Hause entfernten, konnte dieses wieder betreten 
werden. Betrat ein Kind vorzeitig aus Unacht- 
samkeit die Hütte, dann setzte es eine gute 
Tracht Prügel ab, und zwar bearbeitete man be- 
sonders den Kopf, bu e nüm kailjöt dnög, damit 
28 aufs Wort höre i. e. Gehorsam lerne. Be- 
sonders strenge war man den Frauen gegen- 
über. 
Die von ihnen selbst gefangenen Fische 
durften die Fischer nicht essen. Fremden war 
dies wohl gestattet, sie durften aber bei dersel- 
ben Mahlzeit mit diesen Fischen nicht auch noch 
andere Nahrungsmittel zugleich zu sich nehmen. 
Aus diesem Grunde wurden die Fische oft den 
Europäern verweigert, weil man fürchtete, diese 
würden durch ihr „Vielerlei‘‘ am Tische den 
Fischern das Handwerk verderben. Denn der ani (Geist) der Fische war &girow 
(böse) und verstand keinen Spaß. 
Die Frauen durften mit den Fischen nicht in Berührung kommen, auch nicht mit 
den Gerätschaften nam eEreda dmea edman dnowar. Ein solch strenges Verbot galt 
Mitteilungen d. Anthrop. Gesellsch. in Wien. Bd. LXVI. 1936. 
Abb. 11. girör IT.
	        
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