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fullscreen: Zeitschrift für Ethnologie, 48.1916

  
Über die Verbindung der Einzelteile der Lurenrohre von Daberkow. 305 
Luren von Rörlykkemoor hinzufügen (s. Abb. 5). Bei diesen Luren sind 
die zu verbindenden Rohrenden in einer Weise gezahnt, gezinkt, wie sie 
heute noch zuweilen der Kupferschmied zum Verlöten der Rohrnaht eines 
zu fertigenden Kupferrohrs gebraucht, und wie sie in einfacher Form 
(s. Abb. 6) zur Eekverbindung guter Küsten und Kisten dient, die in 
größerer Menge schnell und gut passend durch Zinkenfrüsmaschinen her- 
gestellt wird. Es greifen nur bei den Luren die Zinken nicht ineinander; 
und die Verbindung der durch einen Spalt getrennt eingelegten Rohre 
ist durch Eingießen einer dünnen Metallschicht mit stärkerem Steg (Rippe) 
hergestellt. Der hierzu verwendete Metallguß ist aber sicherlich von 
anderer Zusammensetzung als der des Rohres. Kr ist jedenfalls bei weit 
geringeren Temperaturgraden schmelzbar, als der der Rohre, kann also 
Abb. 6 
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für die Rohrwandungen nicht schmelzend oder deformierend wirken, immer- 
hin aber durch die zackige Form die Verbindung fest herstellen, die 
dureh den Mittelsteg versteift, verstürkt wird. (s. Abb. 5). Dieser Steg 
(diese Rippe) ist dann wegen des vermutlich rauhen Randes nachtráglich 
bearbeitet und erscheint so als Doppelrippe. Die ganzen technischen 
Verhältnisse liegen also bei dieser Verbindung ganz anders als bei den 
Daberkower Luren. 
Die Verbindung der Luren von Rérlykkemoor méchte ich aber in 
der Entwicklung der Lurentechnik entschieden als die ältere und weniger 
gute ansprechen. Die aufgeschrumpften Ringe der Daberkower Luren 
zeigen eine feinere und reifere Erkenntnis in der Metallbehandlung und 
sind als Erzeugnisse einer späteren, also jüngeren Technik anzusehen. 
Jedenfalls verdient aber auch das Gießen der Lurenrohre in dieser 
dünnen gleichmäßigen Wandstärke, das heute auch sicherlich sehr er- 
fahrene und gewandte Kunstgießer erfordert und das wahrscheinlich in 
sehr sorgfältig vorbereitetem, luftdurchlässigem Formmaterial (Ton?) und 
wegen der gewünschten Dichtigkeit des Gusses vielleicht sogar in stehender 
Form und mit verlorenem Kopfe erfolgte — hohe Anerkennung. 
  
  
(8) Hr. F. Werth legte interessante Knochenreste zweier Jagdtier- 
Arten des jungdiluvialen Menschen vor, die ihm Hr. Dr. Stimming in 
Grofi- Wusterwitz aus seiner wertvollen Privatsammlung zu dem Zweck 
eütigst zur Verfügung gestellt hatte. 
1. Ein durch monströs erscheinende Verlängerung des Dornfortsatzes 
ausgezeichneter Brustwirbel des Wisent (Bison priseus) Er stammt aus 
dem Morünen-(Kies-)Untergrund des Pritzerber Sees bei Brandenburg 
  
  
  
  
  
  
  
 
	        
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