schaft in einem Lager in der ägyptischen Wüste. 1947 kehrte er nach Deutschland zurück,
wird Assistent am Frobenius-Institut in Frankfurt und entfaltet eine große wissenschaft
liche Produktivität. In rascher Folge erscheinen zahlreiche Aufsätze, in denen er sich ganz
der Völkerkunde Südamerikas zuwendet. Abschluß und Höhepunkt dieser Literaturstu
dien ist das Werk »Wild-und Buschgeister in Südamerika<< (1954) , eine großangelegte
Studie über die Bedeutung jägerzeitlicher Erscheinungen im Kulturbild Südamerikani
seher Indianer. Im Jahre des Erscheinens dieses Buches bricht Otto Zerries in Begleitung
von Meinhard Schuster, der damals noch Student war, zur Feldforschung ins Gebiet am
oberen Orinoco in Südvenezuela auf. Die Expedition führt zu den Waika, einer Unter
gruppe der damals noch fast unbekannten Yanoama. Die einjährige Feldforschung war die
früheste, die von Ethnologen bei einer Gruppe der Yanoama durchgeführt wurde. Nach
einer Reihe von vorläufigen Berichten und Aufsätzen folgt 1964 das materialgesättigte
Buch »Waika. Die kulturgeschichtliche Stellung der Waika-Indianer des oberen Orinoco
im Rahmen der Völkerkunde Südamerikas<<. Es enthält zunächst eine Beschreibung der
einzelnen Kulturelemente, von der Wirtschaft über die materielle Kultur bis hin zu
Gesellschaft und Religion. Auf die jeweilige Beschreibung folgt ein Vergleich mit entspre
chenden Parallelen im indianischen Südamerika. Die Ergebnisse werden auf 53 Ver
gleichskarten dargestellt und in einer großen Tabelle zusammengefaßt. Das Buch ermög
licht also gleichsam einen Blick auf die Kulturen Südamerikas von den Yanoama aus.
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