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Volltext: Münchner Beiträge zur Völkerkunde, 2.1989

schaft in einem Lager in der ägyptischen Wüste. 1947 kehrte er nach Deutschland zurück, 
wird Assistent am Frobenius-Institut in Frankfurt und entfaltet eine große wissenschaft­ 
liche Produktivität. In rascher Folge erscheinen zahlreiche Aufsätze, in denen er sich ganz 
der Völkerkunde Südamerikas zuwendet. Abschluß und Höhepunkt dieser Literaturstu­ 
dien ist das Werk »Wild-und Buschgeister in Südamerika<< (1954) , eine großangelegte 
Studie über die Bedeutung jägerzeitlicher Erscheinungen im Kulturbild Südamerikani­ 
seher Indianer. Im Jahre des Erscheinens dieses Buches bricht Otto Zerries in Begleitung 
von Meinhard Schuster, der damals noch Student war, zur Feldforschung ins Gebiet am 
oberen Orinoco in Südvenezuela auf. Die Expedition führt zu den Waika, einer Unter­ 
gruppe der damals noch fast unbekannten Yanoama. Die einjährige Feldforschung war die 
früheste, die von Ethnologen bei einer Gruppe der Yanoama durchgeführt wurde. Nach 
einer Reihe von vorläufigen Berichten und Aufsätzen folgt 1964 das materialgesättigte 
Buch »Waika. Die kulturgeschichtliche Stellung der Waika-Indianer des oberen Orinoco 
im Rahmen der Völkerkunde Südamerikas<<. Es enthält zunächst eine Beschreibung der 
einzelnen Kulturelemente, von der Wirtschaft über die materielle Kultur bis hin zu 
Gesellschaft und Religion. Auf die jeweilige Beschreibung folgt ein Vergleich mit entspre­ 
chenden Parallelen im indianischen Südamerika. Die Ergebnisse werden auf 53 Ver­ 
gleichskarten dargestellt und in einer großen Tabelle zusammengefaßt. Das Buch ermög­ 
licht also gleichsam einen Blick auf die Kulturen Südamerikas von den Yanoama aus. 
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