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Bibliographische Daten: Zeitschrift für Volkskunde, 70.1974

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dessen Büßpredigten hin allerwärts die Scheiterhaufen mit Glücksspielen aller 
Art loderten , 4 hat in der 5. Fastenpredigt Spiel ohne Geldeinsatz ausdrücklich 
für erlaubt erklärt. Offenbar ist der Trieb zum Glücksspiel dem Menschen an 
geboren, so daß er sich die Jahrtausende über immer wieder Geltung verschafft 
hat. Über die verhängnisvollen Folgen des Würfelspiels für Leben und Freiheit 
der Germanen berichtete schon Tacitus (Germania, Kap. 24). Die vielfach 
variierten „Spiele vom schwierigen Weg nach oben“ haben diesen Urtrieb des 
Menschen zum Glücksspiel in reine Spielsituationen umzubiegen und abzu 
reagieren versucht. Daß er sich beim Kartenspiel mit so elementarer Macht 
immer wieder durchsetzte und die Behörden deshalb immer wieder mit Ver 
boten eingreifen mußten, um die Finanzkraft ihrer Steuerzahler zu bewahren, 
ist ein Fanal. Ffinter der liebenswürdigen bunten Geschichte der Spielkarte als 
Gebrauchsgraphik steht dieser unausrottbare Urtrieb des Menschen, und bis 
zum heutigen Tage gilt zum Unheil gerade auch bei relativ primitiven Menschen 
der Grundsatz „Spielschulden sind Ehrenschulden“! 
München Hellmut Rosenfeld 
Das Historische Museum als Aufgabe. Forschungen und Berichte aus dem 
Museum für Hamburgische Geschichte 1946-1972. Hrsg. v. Wilhelmine Jung- 
raithmayr (Mitteilungen aus dem Museum für Hamburgische Geschichte, Bd. 
6 ). Museum für Hamburgische Geschichte, Hamburg 1972, 337 S., 30 Taf. 
Die 22 Aufsätze dieses Bandes sind von 18 Mitarbeitern und Freunden des 
Museums geschrieben und geben Rechenschaft über Wesen und Aufgabe des 
Museums für Hamburgische Geschichte in den 25 Jahren, in denen das Museum 
von Walter Hävernick geleitet wurde. Etwa zwei Drittel der Aufsätze sind 
Berichten, ein Drittel Forschungen gewidmet. Die Berichte geben Aufschluß 
über das Museum und seine Abteilungen, über den Zusammenhang zwischen 
Museum und Universität sowie über die Organisationen und Vereine, in denen 
das Museum aktiv mitgearbeitet hat und deren Entstehung z. T. auf das Mu 
seum zurückgeht. Hier sind vor allem die Numismatische Kommission der 
Länder in der Bundesrepublik Deutschland, die International Association of 
Transport Museums und die Vereine und Verbände der Modelleisenbahner und 
Eisenbahnfreunde zu nennen. Die Forschungen, deren Ergebnisse vorgelegt 
werden, sind aus der Arbeit des Museums und seiner Abteilungen erwachsen, 
die unter den Stichworten Bildarchiv, Münzkabinett, Bibliothek und Volks 
liederarchiv, Schiffahrt, Eisenbahn und Post vorgestellt werden. 
Über die Entstehungsgeschichte dieses Bandes plaudert Walter Hävernick in 
seiner Einführung. Ursprünglich als altertums- und volkskundliche Festschrift 
zu seinem 65. Geburtstag gedacht, hat Hävernick sie „in eine solche zu Ehren 
des Museums und seiner Mitarbeiter“ umgewandelt. Daß Walter Hävernick 
unter diesen Mitarbeitern der vornehmste Diener seines Museums gewesen ist, 
4 H. Rosenfeld, Zur Vor- und Frühgeschichte von Kartenspiel und Tarock, in: Archiv 
für Kulturgesch. 52, 1970, S. 65-94 bzw. S. 78 ist durch unbemerkten Ausfall einer 
Manuskriptzeile die Tätigkeit Capistrans mit den Äußerungen von Antoninus, der 
1446-1459 Erzbischof von Florenz war, zusammengeflossen. 
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