Sumerisches Sprachgut im Zulu und Ntu. , : 551
Sumerisches Sprachgut im Zulu und Ntu.
Von Benefiz. W. Wanger, Gaimersheim bei Ingolstadt.
Zitierte Autoren:
Bryant A. T., Zulu-English Dictionary, Mariarmhill 1905.
Deimel, P. Antonius, S. J., Vocabularium Sumericum, Romae 1910.
Delitzsch Friedrich, Sumerisches Glossar, Leipzig 1914. ,
Hommel, Dr. Fritz, Sumerische Lesestücke, München 1894.
Johnston, Sir Harry H., A Comparative Study of the Bantu and Semi-Bantu Languages
Vol. II, Oxford 1922.
Langdon Stephen, M. A., Ph. D., A Sumerian Grammar, Paris 1911.
Poebel Arno, Grundzüge der Sumerischen Grammatik, Rostock 1923.
Wanger, Rev. W., Scientific Zulu Grammar, Stuttgart 1927. %
Abkürzungen:
B = Baca (Zulu-Dialekt), N = Ntu, S = Sumer, Z = Zulu; LG = Lautgesetz, SZG =
Scientific Zulu Grammar.
Besonderheiten in
sh Frikativ, in der Mitte, aber weit
vorne artikuliertes sch 1
hl lateraler Frikativ
dhl lateraler Affrikativ
j weiches dsch
y deutsches j
Die Abhandlung soll in einem Überblick (eine ausführliche Arbeit, die
ein ganzes Buch abgibt, ist in Vorbereitung) die Aufmerksamkeit de/Ge
lehrtenwelt auf die engen Zusammenhänge von Sumer mit Ntu lenken, ins-
besonders mit Zulu, der weitest nach dem südöstlichen Afrika vorgeschobenen
Ntu-Sprache.
In „Sprachfamilien und Sprachkreise“ (Heidelberg 1926) reiht Wilhelm
Schmidt das Sumerische unter die kaukasischen, näherhin japhetitischen
(nostratischen) Sprachen ein. Wenn nun handgreifliche grammatische, lexi
kalische und auch ideologische Belege für enge Beziehungen zwischen Sumer
einerseits und Zulu bzw. Ntu anderseits beigebracht werden, soll dann Zulu
und Ntu überhaupt auch zu den kaukasisch-japhetitischen Sprachen gerechnet
werden? Derselbe hervorragende Verfasser schreibt (a. a. O., S. 89): „Aben
teuerlich mutet an der Südafrikaner J. F. van Oordt mit seinem Werk The
Origin of the Bantu (Cape Town 1907), in welchem er die ural-altaischen
Sprachen als Komponente der Bantu-Sprachen hinstellt.“ Van Oordt, dessen
der Schreibweise:
s deutsches ss
z sanftes, stimmhaftes s
c alveolarer Schnalzlaut (Klix)
q palataler „ „
x lateraler
1 Um nicht für den gleichen Laut verschiedene Zeichen verwenden zu müssen, ist das
bei den Sumerologen übliche § durch sh ersetzt, das im Ntu-Gebiet fast allgemein üblich ist.