LY Rab. Hartmann:
aschgrau und an den Schenkeln vorherrschend braun gefürbt. Unser Gé*
wührsmann glaubt, dass, wenn in der rabenschwarzen Gesammtfürbung def
Thieres stellenweis ein bräunliches Colorit auftrete, dies den Eindruck des
Verblichenen mache!). Dies letztere glaube ich nicht, vielmehr habe ich
mehrmals beobachtet, dass im Leben braunlich aussehende Chimpanses is
Tode, nachdem ihre Bälge längere Zeit trocken gelegen oder der Einwirkung
des Weingeistes ausgesetzt gewesen, nachgedunkelt hatten. Auch Mafucs
zeigte im Leben jenes fuchsige, bräunliche Aeussere, aber durchaus nicht
wie Herr A, B. Meyer uns glauben machen möchte, als Folge des Durch“
spielens der hellen warmen Hautfarbe?), sondern bei schräge auf”
fallendem Licht in jeder beliebigen Stellung, wo von einem
Durchschimmern der Haut keine Rede sein konnte, da hier der Haarwuchs
letztere deckte und völlig beschattete. Fehlt nun dieser Schiller dem Balge
des todten Thieres wirklich, so findet das in Obigem seine Erklärung
Weissliche Haare zeigen sich am After selbst schon ziemlich alter Gorillas
Sie sind bei Chimpanses allgemein verbreitet, fehlen hier auch àlteren Ie
dividuen nicht, mógen aber im spüten Alter sich theils verfárben, the
durch Abnutzung verloren gehen.
Wenn nun Lenz bemerkt: „Im Gegensatz hierzu ist die allgemeine
Färbung des Chimpanses eine kohlschwarze und zeigen die einzelnen
Haare, wenigstens an unseren Exemplaren, nie die schon oft erwähnte
Ringelung, bei welcher abwechselnd heller und dunkler gefärbte, etwa 3—4
Mm. breite, Partien aufeinander folgen (A. a. O. S. 1%), so fällt dies nach
Obigem von selbst. Wo bleiben da auch die gegentheiligen Meinum
gen des Hrn. Bolau?
Gegen die von Letzterem vorgebrachten Angaben über die Färbung
der Gorillas muss ich nur bemerken, dass es auch sehr schwarzgraue, J*
fast schwarze Gorilas, namentlich in der Rückenfárbung, giebt, bei dene
sich die Ringelung des Haares verwischt. [ch selbst habe solche Háuté
unter den Händen gehabt. Das gilt nun nicht nur von sehr alten, sondern
auch von sehr jungen Individuen. Zu letzteren gehórt der Gorilla des Bet*
liner Aquarium, welcher sich erst allmáhlich heller zu fürben beginnt.
| Was nun das Colorit des Gesichtes und der Hände betrifft, so giebt
es allerdings Chimpanses, die ziemlich alt, bis 3 und 4 Jahre, werden
können, ohne dass ihr gelblich-, schmutzig-fleischfarbenes Angesicht in aD”
derer Weise sich dunkel färbt, als allmählich mit einzelnen, von der Stir
und Nase her entstehenden russigen Flecken, sowie dass andere Individue®
vorkommen, bei denen sich die Gesichtshaut schon in früher Jugend gan*
entschieden schwárzlich zeigt. Dies war sogar an zwei noch sehr junge»
von Prof. Bastian aus Loango mitgebrachten Weingeist-Exemplaren 7
1) Die anthropomorphen Affen des Lübecker Museums. Lübeck 1876, S. 12.
1) Sitzungsbericht der ,Isis^ zu Dresden vom 4. Mai 1876.
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