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Volltext: Mitteilungen, 50.2018

LY Rab. Hartmann: 
aschgrau und an den Schenkeln vorherrschend braun gefürbt. Unser Gé* 
wührsmann glaubt, dass, wenn in der rabenschwarzen Gesammtfürbung def 
Thieres stellenweis ein bräunliches Colorit auftrete, dies den Eindruck des 
Verblichenen mache!). Dies letztere glaube ich nicht, vielmehr habe ich 
mehrmals beobachtet, dass im Leben braunlich aussehende Chimpanses is 
Tode, nachdem ihre Bälge längere Zeit trocken gelegen oder der Einwirkung 
des Weingeistes ausgesetzt gewesen, nachgedunkelt hatten. Auch Mafucs 
zeigte im Leben jenes fuchsige, bräunliche Aeussere, aber durchaus nicht 
wie Herr A, B. Meyer uns glauben machen möchte, als Folge des Durch“ 
spielens der hellen warmen Hautfarbe?), sondern bei schräge auf” 
fallendem Licht in jeder beliebigen Stellung, wo von einem 
Durchschimmern der Haut keine Rede sein konnte, da hier der Haarwuchs 
letztere deckte und völlig beschattete. Fehlt nun dieser Schiller dem Balge 
des todten Thieres wirklich, so findet das in Obigem seine Erklärung 
Weissliche Haare zeigen sich am After selbst schon ziemlich alter Gorillas 
Sie sind bei Chimpanses allgemein verbreitet, fehlen hier auch àlteren Ie 
dividuen nicht, mógen aber im spüten Alter sich theils verfárben, the 
durch Abnutzung verloren gehen. 
Wenn nun Lenz bemerkt: „Im Gegensatz hierzu ist die allgemeine 
Färbung des Chimpanses eine kohlschwarze und zeigen die einzelnen 
Haare, wenigstens an unseren Exemplaren, nie die schon oft erwähnte 
Ringelung, bei welcher abwechselnd heller und dunkler gefärbte, etwa 3—4 
Mm. breite, Partien aufeinander folgen (A. a. O. S. 1%), so fällt dies nach 
Obigem von selbst. Wo bleiben da auch die gegentheiligen Meinum 
gen des Hrn. Bolau? 
Gegen die von Letzterem vorgebrachten Angaben über die Färbung 
der Gorillas muss ich nur bemerken, dass es auch sehr schwarzgraue, J* 
fast schwarze Gorilas, namentlich in der Rückenfárbung, giebt, bei dene 
sich die Ringelung des Haares verwischt. [ch selbst habe solche Háuté 
unter den Händen gehabt. Das gilt nun nicht nur von sehr alten, sondern 
auch von sehr jungen Individuen. Zu letzteren gehórt der Gorilla des Bet* 
liner Aquarium, welcher sich erst allmáhlich heller zu fürben beginnt. 
| Was nun das Colorit des Gesichtes und der Hände betrifft, so giebt 
es allerdings Chimpanses, die ziemlich alt, bis 3 und 4 Jahre, werden 
können, ohne dass ihr gelblich-, schmutzig-fleischfarbenes Angesicht in aD” 
derer Weise sich dunkel färbt, als allmählich mit einzelnen, von der Stir 
und Nase her entstehenden russigen Flecken, sowie dass andere Individue® 
vorkommen, bei denen sich die Gesichtshaut schon in früher Jugend gan* 
entschieden schwárzlich zeigt. Dies war sogar an zwei noch sehr junge» 
von Prof. Bastian aus Loango mitgebrachten Weingeist-Exemplaren 7 
1) Die anthropomorphen Affen des Lübecker Museums. Lübeck 1876, S. 12. 
1) Sitzungsbericht der ,Isis^ zu Dresden vom 4. Mai 1876. 
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