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‚rat mehrere Tage lang große Kälte ein. Es erfror alles derart, daß man in diesem Jahre
ein einziges Maiskorn ernten konnte.« Man half sich mit den Vorräten des vergangenen
Jahres. Im nächsten Jahre wiederholte sich genau derselbe Vorgang und im dritten wurde
alles durch Sonnenhitze ausgedörrt, so daß man nicht einmal Aussaat für das vierte Jahr
hatte. Es ist klar, daß die Mexikaner die Zeit, wo Fröste zu erwarten waren, voll banger
Sorge durchlebten, Die folgende Schilderung, die Duran'!) gibt. ist deshalb durchaus zu-
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‚ob. 55. Der Tlaloc der Mitte. Über ihm das Symbol des
Oben—Unten: Sonne— Nacht. C. Borg. 27.
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34. UVitzilopochtli und Itztlacoliuhqui, dazwischen das Symbol des
Ihan — Unten: Sanne—Kälte (Nacht), C. Feiervarv-Mayer 925
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\nb. 57, Hieroglyphe der Stadt
Yalae. C. Mendoza 831. °?
Abb. 56. Das Symbol des Oben—
Unten: Sanna— Nacht. C. Vat. B. 56-
treffend: »Seit dem Anfang des Monats August fürchteten sie die Vernichtung der Saat-
felder durch Kälte und rüsteten sich dafür im voraus mit Darbringungen und Opfergaben an
diesem Fest (Miccailhuitontl) iund dem des folgenden Monats.« Das scheint in der Tat
ungefähr die Jahreszeit zu sein, in der die bei Torquem ada erwähnten Fröste eintraten,
Welche große Bedeutung die Zauberer zur Verhütung von Frost und Hagel hatten, geht
aus den Sahagun-Manuskripten in Madrid hervor.)
Daß aber diese Fröste vor allem in der Nacht zu erwarten waren, was schon an
sich selbstverständlich ist, geht aus einer merkwürdigen Stelle der Bilderschriften hervor.
Bei dem Schneefall (Abb. 52) würde man in den Punkten zunächst den Schnee vermuten,
ı) Historia ed, Mendoza II (1880), 288 (Calendario antiguo noveno mes del aüo).
\ Bei Seler. Veröffentlichungen. VI. 40f.