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soviel Zucker und Süßigkeiten wie vor 200 Jahren
unsere Vorfahren in 12 Monaten. 1822 ver-
brauchte ein amerikanischer Durchschnittsbürger
täglich nur etwa einen Kaffeelöffel Zucker oder
auch weniger. Dieser gesteigerte Zuckerkonsum
kann für Herzthrombose (Infarkt), Zuckerkrank-
heit, schwere Verdauungsstörungen (Dyspepsie).
Sehstörungen, verschiedene Hautleiden (Akne,
Seborhoea), Gicht und Zahnverfall verantwortlich
gemacht werden. Er verursacht auch die fette De-
generation der Leber. Smith schriebt in einer
Nummer des “Lancet” aus dem Jahre 1964: “Es
hat sich herausgestellt, daß die Zuckerherstellung
für den zivilisierten Menschen einen größeren
Schlag bedeutet als die Entdeckung des Tabaks.”
Vom biologischen Standpunkt aus hat der Mensch
den Zucker ebensowenig nötig wie das Fleisch
ınd kann beider gänzlich entbehren,
Weltweit charakterisieren sich die entwickel-
‚en Industrieländer durch eine das Notwendige
weit überschreitende Energie-, bzw. Kalorien-
Aufnahme, durch Bewegungsmangel, Fettleibig-
keit, exzessiven Zuckerkonsum, gesteigerte Auf-
aahme von saturierten (tierischen) Fetten und
Cholesterin, zu hohem täglichen Eiweißkonsumn
(Fleisch — Optimaler Eiweißkonsum für eine Per
son von 60 kg betrüge 30-40 g täglich, hingegen
zrreicht dieser bis zu 120-200 g). Verglichen mil
anderen Ländern gehört die “ungarische Küche’
von heute zu den gesundheitsschädlichsten über
haupt. Damit hängt auch die niedere Lebenser-
wartung der Ungarn zusammen, ebenso wie das
vermehrte Vorkommen der oben erwähnten
Krankheiten. Das gilt nur für die seit etwa 150
Jahren bestehende heutige ungarische Küche und
nicht für die alte.
Die gewohnte gemischte Kost mit ihren fetten
Fleischspeisen verlangt nach Alkohol und Ziga-
‚ette. Mit dem Weinglas in der Hand anzustoßen
and “auf unsere Gesundheit” zu sagen, ist eine
Lüge! Die Wahrheit wäre, sich gegenseitig Le-
berverfettung, Leberschrumpfung, chronischen
Viagenkatarrh, Entstehung von Magengeschwü-
ren (Erosion), Magenblutung, Nervenentzündung,
_ähmung, Krebs, Mangel an Eiweiß, Vitaminen
und Mineralien-Spurenelementen zu wünschen.
Eine bewiesene Tatsache ist demgegenüber,
daß natürlich und gesund lebende Volksstämme
(z.B. das Volk der Hunza, der Indianerstämme auf
der Yucatan-Halbinsel), Anhänger der vegetari-
schen Joga-Schule und Vegetarier im allgemeinen
zesünder sind und länger leben und die soge-
ıannten Zivilisationskrankheiten nur selten be-
OLÄH
Ich selber befolge eine lakto-vegetarische Diät
seit Oktober 1956, seit 15 Jahren nun eine rein
pflanzliche (vegane) Diät. Nach meinem Übertre-
ten verschwanden schon nach einem halben Jahr
sämtliche Krankheiten: meine Nierensteine, die
wöchentlichen Migräneanfälle, Störungen der Le-
ber- und Herzfunktion, die nach einer Carditis
bzw. einer Leberentzündung mit Gelbsucht zu-
rückgeblieben waren; ebenfalls verswchwand
meine Nervenschwäche, meine Neurastenie. Milch
und Milchprodukte habe ich dann deshalb weg-
gelassen, weil sie oft wiederkehrende Bronchitis
verursachen. Diese ist nun infolge der rein ve-
ganen Diät auch ganz vergangen. Meine Zuhörer
möchte ich vor allem von der Notwendigkeit eineı
radikalen Änderung der Diät überzeugen.
Ich möchte mit den Worten Christian Morgen:
sterns schließen: “Leben wir von nun an nicht so,
wie wir das bis jetzt. getan haben. Akzeptieren
wird das, so erwecken uns tausend Möglichkeiten
zu neuem Leben.”
Ar{(liriı"