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Volltext: Curare, 16.1993

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soviel Zucker und Süßigkeiten wie vor 200 Jahren 
unsere Vorfahren in 12 Monaten. 1822 ver- 
brauchte ein amerikanischer Durchschnittsbürger 
täglich nur etwa einen Kaffeelöffel Zucker oder 
auch weniger. Dieser gesteigerte Zuckerkonsum 
kann für Herzthrombose (Infarkt), Zuckerkrank- 
heit, schwere Verdauungsstörungen (Dyspepsie). 
Sehstörungen, verschiedene Hautleiden (Akne, 
Seborhoea), Gicht und Zahnverfall verantwortlich 
gemacht werden. Er verursacht auch die fette De- 
generation der Leber. Smith schriebt in einer 
Nummer des “Lancet” aus dem Jahre 1964: “Es 
hat sich herausgestellt, daß die Zuckerherstellung 
für den zivilisierten Menschen einen größeren 
Schlag bedeutet als die Entdeckung des Tabaks.” 
Vom biologischen Standpunkt aus hat der Mensch 
den Zucker ebensowenig nötig wie das Fleisch 
ınd kann beider gänzlich entbehren, 
Weltweit charakterisieren sich die entwickel- 
‚en Industrieländer durch eine das Notwendige 
weit überschreitende Energie-, bzw. Kalorien- 
Aufnahme, durch Bewegungsmangel, Fettleibig- 
keit, exzessiven Zuckerkonsum, gesteigerte Auf- 
aahme von saturierten (tierischen) Fetten und 
Cholesterin, zu hohem täglichen Eiweißkonsumn 
(Fleisch — Optimaler Eiweißkonsum für eine Per 
son von 60 kg betrüge 30-40 g täglich, hingegen 
zrreicht dieser bis zu 120-200 g). Verglichen mil 
anderen Ländern gehört die “ungarische Küche’ 
von heute zu den gesundheitsschädlichsten über 
haupt. Damit hängt auch die niedere Lebenser- 
wartung der Ungarn zusammen, ebenso wie das 
vermehrte Vorkommen der oben erwähnten 
Krankheiten. Das gilt nur für die seit etwa 150 
Jahren bestehende heutige ungarische Küche und 
nicht für die alte. 
Die gewohnte gemischte Kost mit ihren fetten 
Fleischspeisen verlangt nach Alkohol und Ziga- 
‚ette. Mit dem Weinglas in der Hand anzustoßen 
and “auf unsere Gesundheit” zu sagen, ist eine 
Lüge! Die Wahrheit wäre, sich gegenseitig Le- 
berverfettung, Leberschrumpfung, chronischen 
Viagenkatarrh, Entstehung von Magengeschwü- 
ren (Erosion), Magenblutung, Nervenentzündung, 
_ähmung, Krebs, Mangel an Eiweiß, Vitaminen 
und Mineralien-Spurenelementen zu wünschen. 
Eine bewiesene Tatsache ist demgegenüber, 
daß natürlich und gesund lebende Volksstämme 
(z.B. das Volk der Hunza, der Indianerstämme auf 
der Yucatan-Halbinsel), Anhänger der vegetari- 
schen Joga-Schule und Vegetarier im allgemeinen 
zesünder sind und länger leben und die soge- 
ıannten Zivilisationskrankheiten nur selten be- 
OLÄH 
Ich selber befolge eine lakto-vegetarische Diät 
seit Oktober 1956, seit 15 Jahren nun eine rein 
pflanzliche (vegane) Diät. Nach meinem Übertre- 
ten verschwanden schon nach einem halben Jahr 
sämtliche Krankheiten: meine Nierensteine, die 
wöchentlichen Migräneanfälle, Störungen der Le- 
ber- und Herzfunktion, die nach einer Carditis 
bzw. einer Leberentzündung mit Gelbsucht zu- 
rückgeblieben waren; ebenfalls verswchwand 
meine Nervenschwäche, meine Neurastenie. Milch 
und Milchprodukte habe ich dann deshalb weg- 
gelassen, weil sie oft wiederkehrende Bronchitis 
verursachen. Diese ist nun infolge der rein ve- 
ganen Diät auch ganz vergangen. Meine Zuhörer 
möchte ich vor allem von der Notwendigkeit eineı 
radikalen Änderung der Diät überzeugen. 
Ich möchte mit den Worten Christian Morgen: 
sterns schließen: “Leben wir von nun an nicht so, 
wie wir das bis jetzt. getan haben. Akzeptieren 
wird das, so erwecken uns tausend Möglichkeiten 
zu neuem Leben.” 
Ar{(liriı"
	        
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