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Objekt: Zeitschrift für Volkskunde, 63/64.1967/68

Buchbesprechungen 
wird auf die Besprechung der Gebrauchsware gelegt. Um die Erhellung der 
Zusammenhänge gerade dieser Ware hat sich der Autor besonders verdient ge 
macht. Er ist daher in der Lage, aus seiner Praxis heraus zahlreiche Stellung 
nahmen zu Forschungsproblemen und zur Methodik ebenso in den Text einzu 
flechten, wie wichtige Korrekturen - auch zur Darstellung Hellebrandts - vor 
zunehmen. Die Tätigkeit des Verf. bestimmt den besonderen Charakter des 
Raerener Museums. Da bei allen Objekten der Fundort gesichert und in den 
meisten Fällen der archäologische Befund bekannt ist, kann in der Ausstellung, 
wie im folgenden Text, deutlich gemacht werden, daß das Gebrauchsgeschirr 
sowohl entwiicklungsgeschichtlich wie auch quantitativ die sog. Kunstkeramik 
trägt und erst möglich gemacht hat. Dieses Faktum, das, bedingt durch den bis 
herigen Forschungsgang, immer wieder übersehen wurde, einmal deutlich her 
ausgestellt zu haben, ist ein notwendiges und lobenswertes Anliegen. Nicht un 
wichtig ist ebenfalls die Beschreibung der Aachen-Raerener Produktionsstätten 
und ihre derzeit möglichen Datierungen, die in einem größeren Zusammenhang 
gesehen werden. Ganz besondere Bedeutung hat der Abschnitt „Die chrono 
logische Entwicklung“. Hier werden in chronologischer Folge der gesamte 
Typenschatz beschrieben und definiert, die Verwendung - soweit möglich - der 
einzelnen Typengruppen angegeben, Korrekturen bisheriger Auffassungen vor 
genommen, so z. B. bei den sog. Dudelsackpfeiferkrügen. Eine Aufzählung der 
kopierten Formen ist ein weiterer widitiger Bestandteil des Beitrages. Zu be 
dauern ist, daß diese umfangreiche und gründliche Typenschau, die von zahl 
reichen Abb. unterstützt wird, die oftmals Erstveröffentlichungen sind, nicht in 
einer optischen Gesamtdarstellung, einer Typentafel, ihre Krönung gefunden 
hat. Die Arbeit von Mayer würde dadurch noch mehr gewonnen haben. Gerade 
die Erhellung der inneren genetischen Formenzusammenhänge ist ein drin 
gendes Desiderat der Forschung. Daß Ausführungen über den Brand und die 
Glasuren die Darstellungen ergänzen, sei nur noch angemerkt. Die Behandlung 
der Spätzeit schließlich wird benutzt, um auf die Unterschiede zwischen künst 
lerischem und technischem Vermögen hinzu weisen. Ein Gesichtspunkt, der nicht 
genug betont werden kann. Vor vorzeitigen Schlüssen in der Gesamtbeurteilung 
der Formen beim gegenwärtigen Bearbeitungsstand wird gewarnt. Zu dem 
Ende der Produktion im Raerener Raum und den Wiederbelebungsversuchen 
des 19. Jahrhunderts wird - anders als bei Hellebrandt — Stellung genommen. 
Der besondere Wert des Beitrages von Mayer besteht neben vielen neuen 
Erkenntnissen darin, daß in methodisch einwandfreiem Verfahren stets die 
Grenze zwischen Tatsachen und Kombinationen aufgezeigt, auf Forschungs 
lücken hingewiesen, Wege zu ¡ihrer Schließung angedeutet, Möglichkeiten der 
weiteren Bearbeitung genannt werden. Das Fehlen eines Literaturverzeichnisses 
wird mit dem Hinweis auf die „Bibliographie des rheinischen Steinzeugs“ von 
J. Daum in Zeitschr. d. Aach. Gesch.-Vereins 77, 1966, 71-80 ausgeglichen, auf 
die hier besonders verwiesen sei. 
Der vorliegende Band mit seinen beiden Beiträgen ist in seiner Aufmachung 
und Ausstattung der Bedeutung der vorgelegten Funde gerecht geworden. Dem 
Aachener Geschichtsverein und dem Herausgeber ist für diese dem Laien wie 
dem Fachmann nützliche Publikation zu danken. Der Band schließt eine Lücke 
und stellt eine wertvolle Bereicherung der Literatur zur mittelalterlichen und 
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