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Volltext: Zeitschrift für Ethnologie, 138.2013

Kaakol und Eletel 
Zur kulturellen Biografie zweier Objekte 
der Wodaabe-Frauen in Niger! 
Florian Köhler 
Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Advokatenweg 36, 06114 Halle (Saale) 
A cultural biography of kaakol and eletel: Two objects of Wodaabe women in Niger 
Abstract. Drawing on the classic methodological approach of Kopytoff and Appadurai (1986), this pa- 
per examines the “cultural biography” of two remarkable, yet hardly known articles of female wealrth, 
the kaakol and the closely related elete/ of nomadic pastoralist Wodaabe women in Niger. Based on both 
written sources and ethnographic fieldwork, the author analyzes the history, symbolic content and func- 
tion of the object in the context of social practice. 
Originally an aesthetically arranged bundle of dowry items, notably a large number of decorative 
calabashes which are never to be used, but constitute a considerable source of female prestige, the kaakol 
has developed into an object of its own and has acquired considerable symbolic value. Recent cultural 
change has led to complex transformations of the object, but rather than losing its social significance it 
has developed into an emblematic cultural item and symbol of ethnic identity. 
/[Fulbe, Wodaabe, Niger, material culture, marriage trousseau, calabashes] 
Zum Anlass von Festen stellen die Frauen bei den Wodaabe in Niger auf langen Rei- 
hen flacher tischartiger Gestelle ihren Prestigehausrat zur Schau. Neben den dominier- 
enden Schmuckgefäßen aus Kalebassenkürbissen stehen dabei vor allem zwei Gegen- 
stände von ebenso komplexer wie eigenwilliger Form im Mittelpunkt: das kaakol und 
das eng mit ihm verwandte eletel. Auf den ersten Blick sind diese Objekte scheinbar 
rein dekorativ und ohne sich direkt erschließende Funktion. Obwohl sich in der Lite- 
ratur zahlreiche Hinweise auf die Gegenstände finden”, bleiben die meisten Erwäh- 
Dieser Artikel beruht auf Forschungen, die ich zwischen 2004 und 2012 in Ost- und Zentralniger, 
in den Regionen Diffa, Zinder, Agadez und Tahoua, durchgeführt habe. Zwischen Oktober 2010 und 
Januar 2012 absolvierte ich eine Feldforschung im Rahmen meines Dissertationsprojektes am Max- 
Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle (Saale), während derer ich auch die diesem Arti- 
kel zugrunde liegenden Daten vervollständigen konnte. Der Spracherwerb (Fulfulde), der am Anfang 
dieser Forschung stattfand, wurde durch Mittel von fördernden Mitgliedern der Max-Planck-Gesell- 
schaft unterstützt, denen ich hiermit meinen Dank aussprechen möchte. Ich danke außerdem Martine 
Guichard, Mariama Moussa und Salamatou Sow für ihre hilfreichen Kommentare und Hinweise. 
” Unter anderen: Beckwith und van Offelen 1983:22f., 164; Berns und Hudson 1986:55; Bloom 
und Blair 2009:80; Boesen 2007:44; 2008:597 f.; Bonfiglioli 1988:132; Bovin 2001:66, 87; Chappel 
Zeitschrift für Ethnologie 138 (2013) 55—84 
© 2014 Dietrich Reimer Verlag
	        
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