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wärtig, und lag sein Wasserspiegel anderhalb Meter niedriger. Auch war er von
Buschwerk und Wasserpflanzen so überwuchert, dass man ihn für völlig verschlammt
halten musste. Die Ausräumung wurde im selbigen Jahre begonnen und im folgen-
den (1827) beendigt. Bald ergab sich die grosse Tiefe der Quellen und die Un-
müglichkeit einer Trockenlegung des Teiches. Es musste daher eine Ausbaggerung
des Grundes stattfinden. Diese wurde in folgender Weise bewirkt: Es wurden an
allen vier Seiten jeder einzelnen Quelle (etwa 3 m im Quadrat) Reihen langer
Tannenstangen in den Grund gerammt, an diesen über der Wasser-Oberflüche Quer-
stangen befestigt und auf diese Bretter aufgelegt. Die auszubaggernde Stelle blieb
jedoch frei. Die Arbeiter stellten sich auf die Bretter und holten den im Teich
befindlichen Niederschlag mit an langen Stangen befestigten Netzen empor, die die
Gestalt von Schmetterlings-Netzen hatten. Die Bügel des Netzes waren rund, etwa
2 Fuss im Durchmesser, aus starkem Eisen gearbeitet, das Netz selbst mit eisernen
Ringen an den Bügeln befestigt und aus starken hanfnen Strickchen mit dichten
Maschen geflochten. Die Arbeiter bohrten diese Netze in die Tiefe, drehten sie
dort so lange herum, bis sie mit Niederschlag der Quellen gefüllt waren, und zogen
sie dann empor.
Schon bei der ersten Anlage der gedachten Baggergerüste wurde eine sellsame
Entdeckung gemacht. Am Ende einer in den Teich sich erstreckenden (jetzt nicht
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mehr vorhandenen) auf der beigefügten Handzeichnung mit A bezeichneten Land-
zunge stiess man in geringer Tiefe unter der Oberfläche des Wassers bei B auf
roh behauene, in den Teichgrund eingetriebene Balken oder Pfähle von Eichenholz.
Dieselben waren theilweise von ziemlich starken Dimensionen (circa 2 Fuss im
Durchmesser), das Holz meist wohl erhalten und von kohlschwarzer Farbe. Mein
Vater hat sie herausnehmen lassen. Aus dem besterhaltenen Holze sind zwei Tische
angefertigt, beide tiefschwarz, der eine massiv, der andere mit Fournir aus dem
Pfahlholze. Die Zahl der Pfähle vermag ich nicht anzugeben.
Beim Ausbaggern der Quellen kamen bald weitere Gegenstände zum Vorschein,
welche die Aufmerksamkeit meines Vaters auf sich zogen und ihn veranlassten, sie
zu sammeln und aufzuheben. Zunächst waren es Ueberreste vorweltlicher Thiere,
Bruchstücke von Auerochsen-Hörnern, ferner Bruchstücke von Hirschgeweihen
und in grosser Zahl Eberzähne. Sodann fanden sich Bruchstücke irdener Gefässe
von fremdartiger Gestalt und augenscheinlich hohem Alter. Endlich kamen zwei
fast unversehrte, aus Thon gebrannte Gefässe zum Vorschein und mit ihnen zwei
Stücke aus Bronze-Metall. Alle diese Gegenstände sind, wie bemerkt, im Teiche
in der Tiefe und im Niederschlage der Quellen gefunden.
Etwa sechzehn Jahre später liess mein Vater die obengedachte Flusswiese an-
legen und zu diesem Zwecke das an dessen östlicher Seite belegene Terrain ab-
tragen. Bei dieser Gelegenheit stiessen die Arbeiter in einer Entfernung von etwa
30 Schritt vom Ufer des damals noch kleineren Teiches und etwa 3 Fuss unter der