ERNST KLEBEL
[lassonum pagus 965, D. O. I, Nr. 282, Kopialbuch.
HMessiga 969, D. O. I, Nr. 373 a, Kopialbuch.
Massega 974, D. O. II, Nr. 78, Original.
Hassaga 975, D. O0. HI, Nr. 116, Original.
Massega 979, D. O. II, Nr. 191, Original.
Hassegowe 980, D. O. II, Nr. 227, Original.
(lassago 991, D. O. II, Nr. 68, Original.
Hassaga 1004, D. H. II, Nr. 89, Original.
Tassega 1010, D. H. II, Nr. 218, Original.
(dassegowe 1015, D. H. II, Nr. 332 a, Original
Tassegun 1016 bei Thietmar v. Merseburg.
Tassaga 1017, D. H. II, Nr. 374, Kopialbuch.
âJassaga 1021, D. H. II, Nr. 451, Original.
HMassagowe 1028, D. K. II, Nr. 128, Original.
MHassengowe 1040, D. H. IM, Nr. 20, Original,
Hassega 1043, D. H. II, Nr. 116, Original.
MHessegowe 1045, D.H. III, Nr. 147, Original.
Hassega 1046, D. AH. IN, Nr. 159, Original.
Massiga 1050, D. AH. II, Nr. 247, Abschrift.
Massago 1060, St., Nr. 2587, Original.
R. Holtzmann spricht von einem Schwanken der Formen zwischen a und 0
und hält sich dabei an O0. Bremer und möchte damit auch die in der Mehrzahl der
Originale überwiegenden Formen, die Hasse- als Bestimmungswort ansehen, mit dem
Hochsee und der niemals Hasseburg genannten Hochseeburg zusammenbringen, Mit
Recht betont er dagegen, daà Formen mit e, die ein *Hassi voraussetzen, erst 1045
auftreten. Die von R. Much mehrfach betonten Schwierigkeiten, die Namen Chatti
und Hassii zusammenzubringen, die Much durch Annahme verschiedener Suffixe zu
lösen suchte **), haben Holtzmann in seiner Zuweisung des Gaunamens zur Hoch-
seeburg nur bestärkt. Im Gegensatz zu R. Holtzmanns Erklärungen scheint mir
die ältere Methode, Hassagau und Hochseeburg zu trennen, die er auf Conring zu-
rückführt, sprachlich besser gesichert, als die Behauptungen von O0. Bremer. Es
ist auch gegen Holtzmann von A. Weber Widerspruch erhoben worden **);
freilich hat auch Weber Hochseeburg und Hassegau unter ein Dach bringen wollen,
was ich für schwierig halte.
Sprachgeschichtlich â und nur diese Seite der Sache kommt hier in Frage;
denn wie der Hassegau mit den Hessen zusammenhängt, ist hier nebensächlich â sind
die Mehrzahl der Formen des Gaunamens mit der Hochseeburg nicht recht zu ver-
binden; auch die für die Beziehung zu den Huosi wichtigste, die Formen Hosgowe.
Hochseeburg und Hochseegau sind vielleicht örtlich, aber nicht sprachlich mit dem
Hassegau = Hosgowe gleichzusetzen.
Sind meine Ergebnisse richtig, so erhalten wir zu den Aniona in den Huosi einen
zweiten Nebenstamm der Bajuwaren, der auf dem Wanderweg der Langobarden ge-
sessen ist. Was die Ortsnamen, die auf Langobardenkönige deuteten, aussagten, daÃ
die Besiedlung Altbayerns und das langobardische GroÃreich Wachos und Audoins
irgendwie zusammenhängen müÃten, scheinen Aniona und Huosi zu bestätigen.
Es scheint mir, daà weitere Ortsnamen in Bayern diese Vermutung stützen könn-
ten. Es gäbe Ortsnamen, die sich mit den Herulern verbinden lieÃen: Erling bei
Andechs, Langenerling bei Regensburg, Erling bei Vilsbiburg. Das erstere wird 776