| PH. WEGENER:
offenbar zur Aufnahme eines drehbaren Eisenstabes gedient haben, an dem
wieder ein grösseres Blech befestigt war. Das grössere Blech ist nicht
erhalten, es wird dem oben beschriebenen ähnlich gewesen sein. Die
Fibel Fig. 50 dagegen kann in diesem Zusammenhange nicht gestanden
haben, da jede Spur einer Durchbohrung des Bleches fehlt; hier lässt sich
nur denken, dass die Klammern einen im Feuer vergangenen Leder- ode!
Gewebestreifen auf das Blech befestigten. War dies ein Gürtel? — Der
Unterschied zwischen der Anlage von Fig. 49 und den oben besprochenen
Blechen ist vor allem der, dass die letzteren in einem Gelenktheile be-
weglich waren, das bei Fig. 49 in zweien. — Aehnliches ist mir bisher
nicht entgegengetreten, doch scheinen 2 eiserne Bandfibeln des Vereins
für Alterthumskunde im Kreise Jerichow I, nach freundlicher Mittheilung
des Vorsitzenden Herrn Hirt in Burg, eine áhnliche Einrichtung zu haben
Als Gürtelbeschláge sind 3 Bleche in Anspruch zu nehmen, vol
denen in Fig. 74, 75 zwei abgebildet sind. Zwei von diesen werden dem”
selben Gurt angehórt haben. Fig. 74 ist etwa 1 em breit und 2,50 em lang;
das andere hat eine Breite von etwa 1,50 cm und eine Länge von 4,25 em.
Auf beiden sind viele Theile kleiner Eisenketten aufgerostet. Die Schmal-
seiten beider Bleche sind umgehämmert. Auf Fig. 74 ist zu erkennen
dass die Kettchen in 4 seitlichen Löchern eingehakt waren und vom
Bleche herunterhingen; bei dem andern ist nur ein solches Loch erkennbar-
Ausser den aufgerosteten Ketten sind noch mehrere gleiche Kettenstück®
erhalten. Das nicht gezeichnete Stück zeigt in der Mittellinie unter dem
umgehämmerten Ende ein ziemlich grosses Nietloch. So darf man schliessen
dass diese Bleche auf dem Ledergurt aufgenietet waren und Kettche?
herabhingen, die vielleicht, entsprechend der Sitte der La Tene-Zeit, zum
Tragen des Schwertes dienten.
Fig. 75 zeigt an den Rändern beider Langseiten ornamentale Kerber-
Die eine Langseite hat 7, die andere 7,50 cm Länge, die grössere Schmal-
seite misst 2, die kleinere 1,75 cm. An beiden Schmalseiten ist auch die®
Blech ungleichmässig umgeschmiedet. Auf der Rückseite war ein zweite®
Blech festgenietet, ein Stück von 2 cm Länge ist davon noch erhalten;
ebenso noch eine Vernietung und 3 offene Löcher in der Mittellinie
Zwischen diese beiden Eisenstreifen muss der Ledergurt gelegt und durch
Nieten festgehalten sein. Oeffnungen für ein Kettengehünge sind nicht
vorhanden. Auch Ansátze eines Hakens fehlen, daher wird man schwerlich
anzunehmen haben, dass diese Bleche als Verschlussstücke des Gürtel
dienten. Der dekorative Zweck des Bleches Fig. 75 ist durch das Orn&
ment sichergestellt.
In derselben Urne, welche die beiden Bleche mit Kettensckmuck
enthielt, befand sich ein anderer, nieht weniger interessanter Schmuck
gleichfalls zum gróssten Theile aus Eisen (Fig. 27 und 28). Die einzelne?
Theile desselben fanden sich verstreut in der Urne und sind nach éin”
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