Digitalisate

Hier finden Sie digitalisierte Ausgaben ethnologischer Zeitschriften und Monografien. Informationen zum Digitalisierungsprojekt finden Sie [hier].

Suchen in

Volltext: Zeitschrift für Ethnologie, 46.1914

Einige Neuerwerbungen der nordamerikanischen Sammlung. 
689 
Hough beschreibt, der aber auf der Rückseite zugebunden wurde und 
Armausschnitte besafi D. — Vielleicht standen diese elastischen Harnische 
dem Holzstäbchenpanzer der Aleuten (s. unten) am nächsten, bei dem der 
besonders angesetzte obere Teil auch eine gewisse Schmiegsamkeit der 
Wände bewirkte. In der Brustplatte aber und in dem hinter dem Kopf 
befestigten langen Brett wiederholen sich wichtige Elemente des Platten- 
und Reifenpanzers. 
2. Die Brettchen- und Stäbchenpanzer der amerikanischen 
Westküste, die den Höhepunkt ihrer Entwicklung in dem eingangs be- 
schriebenen Panzer der Tlinkit erreicht haben?). Beide Unterarten dieses 
Typus kommen in Nordwestamerika nebeneinander vor, bei den Tlinkit 
sowohl als auch bei den Binnenselisch am Fraser- und Thompson-Flusse 
(Lillooet, Shushwap, Ntlakyapamuk) und vielleicht auch bei den west- 
lichen Tinneh (Carrier)®). Weiter südlich, bei den Tschinuk und 
anderen Stämmen am unteren Columbia, bei den Klamath, Shasta und 
Hupa im südlichen Oregon und nördlichen Kalifornien, und endlich bei 
den Maidu in Mittelkalifornien, hat der Stäbchenpanzer die Allein- 
herrschaft. (ranz abseits steht der Stäbchenpanzer der prähistorischen 
Bewohner der Aleuten, der 1874 von Kapitän Hennig in einer Be- 
grübnishóhle der Insel Kagámil (Gruppe der Vier-Krater-Inseln) gefunden 
wurde. 
Die Brettchen- und Stübchenpanzer unterscheiden sich von den 
Platten- und Reifenpanzern hauptsächlich dadurch, daf die Verwendung 
von Holz es móglich gemacht hat, den Panzer aus langen, senkrecht 
nebeueinander stehenden Einheiten zusammenzusetzen, so daf die Ring- 
bildung in Fortfall kommt; der Panzer wird dadureh natürlich etwas 
starrer. Die Einheiten sind, wie der Name schon besagt, flache, lángliche 
Bretter oder zylindrische Stäbe, bei einigen Tlinkitpanzern (z. B. dem 
1) Krascheninnikow, Beschreibung des Landes Kamtschatka, übersetzt von 
Joh. Tob. Köhler (Lemgo 1766) p. 244. Hough I. c. p. 634/5. Zu der Angabe Houghs 
vgl. Bogoras in Mem. Jesup Exp. VII p. 162; er vermutet, daB es sich nicht 
um Tschuktschen, sondern Eskimo handelt. 
2) Die Literatur über die Brettchenpanzer der Tlinkit und ihrer nórdlichen 
Nachbarn am Prince-William-Sund ist schon oben angeführt worden; auch die 
Haida haben diese Art Panzer nach Dawson, Report on the Queen Charlotte 
Islands (Montreal 1880) p. 106 früher besessen. — Außerdem vgl. Dall in den 
Smithsonian Contributions to Knowledge (Washington 1818) p.18, Pl. VI; Hough 
l.c. p. 698—641 und Pl. XI- XV; Teit, The Thompson Indians of Brit. Columbia, 
in Mem. Jesup N. Pacific Exp. I p. 265—966; Id., The Lillooet Indians, in Mem. 
Jesup N. Pacific Exp. II p.234 und The Shushwap, ibid. p. 588; Goddard, Life 
and Culture of the Hupa, in Univ. of California Publ. I, 1 (Berkeley 1903) p. 62; 
Dixon, The Northern Maidu, im Bull. of the Amer. Mus. Nat. Hist. XVII, 3 (New 
York 1905) p, 205. 
3) Morice (Notes on the Western Dénés, i. Transactions of the Canadian In- 
stitute, Session 1892/3, p. 117) erwähnt bei den Carriers zwar nur Rüstungen ,com- 
posed, as a rule, of dried rods of Amelanchier alnifolia (or Canadensis), doch 
haben bei der Nähe der Tlinkit — die Carriers wohnen um den Stuart-See, nur 
durch die Tsimschian von den südlichsten Tlinkit getrennt — auch ihnen. wie den 
Binnenselisch, Brettchenpanzer schwerlich ganz gefehlt.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.