Il. Literarische Besprechungen.
Edmund M. H. Simon: Beiträge zur Kenntnis der Riu-Kiu-Inseln.
Leipzig.
„Beiträge“ betitelt der Verfasser die kleine Broschüre, in der er uns auf un-
gefähr 180 Seiten das Resultat von Studien im Anschluß an eine kurze Reise zur
Untersuchung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Riu-Kiu-Archipels gibt.
Ich gönne dem Verfasser von ganzem Herzen die Freude, seine Schritte nach
diesen weltfernen Gegenden gerichtet zu haben und das Resultat seiner Studien
gedruckt der Öffentlichkeit überliefern zu können. Das Büchlein würde aber jeden-
falls an Wert gewinnen, wenn es in seinem Umfange ausschließlich die persönlichen
Erfahrungen des Verfassers wiedergäbe; es enthält jedoch gleichzeitig einen
„Literaturnachweis“ über 76 größere und kleinere Werke, Aufsätze usw. über Ost-
asien im allgemeinen und die Riu-Kiu-Inseln im besonderen, die mehr oder weniger
in den 180 Seiten verarbeitet sind und zitiert werden und beweisen, daB der Ver-
fasser sich hat angelegen sein lassen, das Thema zu studieren. Es liegt auf der
Hand, daB der Inhalt, 16 Seiten Vorwort, Seite 1—74 in 7 Kapiteln, Erster Teil:
Geographische Beiträge, Seite 75—180 in weiteren 7 Kapiteln, Zweiter Teil: Ethno-
graphische Beiträge, in äußerst knapper Form gehalten ist und die einzelnen
Kapitel in der vorliegenden kurzen Fassung kaum dazu angetan sind, dem Leser
auch nur einigermaßen einen genaueren Einblick in die geographischen oder ethno-
graphischen Verhältnisse dieser gewiß sehr interessanten Inselgruppe zu gewähren.
Um nur eins hervorzuheben: Kapitel V lautet über die Meteorologischen Verhält-
nisse, und enthält 5 Tabellen über Temperaturmittel, Barometermittel, über „starke
Winde“ und deren „Schnelligkeit“. Diese „starken Winde“ sind jene gefürchteten
verheerenden Zyklone, oder, wie sie im fernen Osten genannt werden, Typhune,
deren Bahnen meist den Inseln entlang oder über dieselben hinweglaufen. Sie
scheinen dem Verfasser unter diesen Namen nicht bekannt zu sein, jedenfalls gibt
er, wenn er nur von „starken Winden“ spricht, dies nicht zu erkennen, und es ließe
sich darüber doch so viel berichten.
Dem Werkchen sind zahlreiche Abbildungen beigegeben, doch lassen dieselben
häufig wegen mangelnder Schärfe die Darstellungen nicht wünschenswert zur
Geltung kommen. Otto Messing.
Grubauer, Albert, Unter Kopfjägern in Zentral-Celebes, ethno-
logische Streifzüge in Südost- und Zentral- Celebes. Mit
922 Abbildungen im Text, 10 Bildtafeln und 2 Karten. Leipzig: Voigt-
länder 1913, 8°. XI. 608 8.
Schon einmal habe ich in dieser Zeitschrift Heft 3 1906 ausführlich über
Celebes berichtet, als es sich um die Reisen der Vettern Sarasin in den Jahren
1893—1896 und 1902— 1908 handelte. Grubauer, welcher sich wiederholt auf dieses