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Objekt: Zentralblatt für Anthropologie, 9.1904

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A. Referate. Anthropologie. 
Gri -j- G 2 mit G 3 -j- G 4 vergleicht. Für die Mädchen tritt dieses Ergebnis 
nicht so ausgeprägt zutage. Sie lehren weiter, daß die Summe der beiden 
mittleren Gruppen G 2 -f- G 3 hei den Knaben noch unter der ersten Gruppe 
G x liegt und größer als die letzte Gruppe G 4 ist; bei Mädchen hingegen 
G 4 7> G 2 G :1 ausfällt. Diese Erscheinungen sind im allgemeinen die 
gleichen für jeden Jahresabschnitt; Schwankungen der Jahreszeit sind ohne 
Einfluß. Höchst bemerkenswert ist die Tatsache, daß eine andere Versuchs 
reihe des Verfassers (4800 Einzelversuche), die allerdings (mit Absicht) nicht 
auf den Geburtsmonat Rücksicht nahm, sondern die Kinder einfach nach der 
Wohlhabenheit der Eltern unterschied, das entgegengesetzte Resultat ergab: 
die ärmeren Kinder waren kräftiger bezüglich ihrer Muskelkraft als die 
reicher Eltern. Euschan-Stettin. 
24. I). J. Cunningliam: Right-handedness and left - brainedness. 
Journ. of the Anthropolog. Iustit. 1902, Vol. XXXII, p. 273—296. 
w. two plates. 
Das alte Problem der Rechtshändigkeit wird, wenn auch nicht gelöst, 
so doch erschöpfend behandelt. Rechtshändigkeit war schon bei den alten 
Völkern vorwiegend. Bereits heim sechs bis acht Monate alten Kinde zeigt 
sich die Rechtshändigkeit, ehe das Kind noch zu stehen, zu kriechen und zu 
artikulieren vermag. Rechtshändigkeit ist eine vererbte Eigenschaft, so wie 
die Fähigkeit artikulierter Sprache beim Menschen oder der Gesang heim 
Vogel. Verfassers Studien an Affen haben ergeben, daß dieselben gleich 
mäßigen Gebrauch von beiden Armen machen. Die Bedingung für die Rechts 
händigkeit des Menschen sieht Verfasser im Uber wiegen der linken Hirn 
hemisphäre. JG. Läufer-Gießen. 
25. M. C. Seliuyteu: Over de snelheid der uitstralingswarmte van 
liet lichaam. Handelingen van het Zesde Vlaanisck Xatuur-en 
Geneeskundig Congres, 1902. 
Bei seinen sehr interessanten Versuchen hat Verfasser festgestellt: Die 
Geschwindigkeit der Wäiuneausstrahlung des menschlichen Körpers ist nach 
mittags das ganze Jahr hindurch ungefähr um die Hälfte kleiner als morgens. 
In den kalten Monaten ist die Ausstrahlung am schwächsten; die größte 
Geschwindigkeit wird im Sommer erreicht. Die Jahreskurven vom Vormittag 
und vom Nachmittag sind in ihrem Verlauf gleich. Die mittlere Tages 
geschwindigkeit der Ausstrahlung ist im Herbst und Frühjahr gleich, während 
die mittleren Tagesgeschwindigkeiten im Sommer und Winter sowohl von 
der im Herbst und Frühjahr als auch untereinander verschieden sind. Die 
Geschwindigkeit der Wärmeausstrahlung nimmt sowohl vom Herbst zum 
Winter als auch vom Frühjahr zum Sommer zu. Verfasser betont, daß 
nach seinen Untersuchungen die Frage berechtigt ist, ob die Tageskurve der 
menschlichen Körpertemperatur, die man bisher als eine konstante dargestellt 
hat, nicht vielmehr je nach den Jahreszeiten sich verschieden gestaltet. 
H. Läufer-Gießen. 
III. Ethnologie. 
26. Wilhelm Scliallmeyer: Vererbung und Auslese im Lehen der 
Völker. Eine staatswissensehaftliche Studie auf Grund der neueren 
Biologie. Natur und Staat. Beiträge zur naturwissenschaftlichen 
Gesellschaftslehre. Bd. III. Jena, G. Fischer, 1903. 386 S. 8°. 
Dieser Schrift wurde in dem bekannten Jenaischen Wettbewerb der 
erste Preis zuerkannt. Sie hat gewiß auch eine hervorragende Auszeich-
	        
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